Der Begriff Freilernen ist nicht geschützt, deshalb wird er sehr unterschiedlich verwendet und oft nicht das Selbe darunter verstanden.

Es gibt einige Familien, die von sich sagen, dass sie Freilernen, jedoch 1-2 Stunden Schulzeit pro Tag haben. Diese Schulzeit sieht wiederum bei jeder Familie anders aus. Die Einen beschäftigen sich vor allem mit Schulstoff, bei Anderen hat es Platz für eigene Projekte, bei den Einen wird der Inhalt von den Eltern beeinflusst, bei den Anderen weniger. Die einen sitzen am Pult oder halten sich in einem Schulzimmer auf, die anderen verbringen z.B. den Morgen in der Wohnung etc. es gibt so viele Farben wie es Freilernerfamilien gibt.

Für uns heisst Freilernen im Sinne von unschooling, dass es keine Schulzeiten gibt. Schulzeiten machen eine künstliche aber weitreichende Trennung zwischen Lernen/Arbeit und Spiel/Freizeit. Wir halten es für sehr wichtig, dass es diese Trennung möglichst (lange) nicht gibt. Wir möchten kein Absitzen von Pflichtzeiten, kein erfüllen eines Lernsolls und damit auch bezüglich Lernen keine Kontrolle und keine Abhängigkeit von Erwachsenen. Kinder lernen immer und überall, sie brauchen keine Lernzeiten, die sie abhängig machen, die sie unterbrechen von ihren wichtigen Projekten, die ihnen das Gefühl geben sie müssen nach x Minuten nichts mehr tun, wärend denen sie Erwartungen an andere Personen haben etc.. Mit solchen Schulzeiten wird der Konsum der Kinder gefördert. Sie konsumieren Inputs und Anregungen. Ist die Zeit vorbei fallen sie in ein Loch und wissen nicht was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen. Selbstverständlich ist das ganze auch Typen abhängig. Es gibt Kinder, die mit fast allem zurecht kommen und trotzdem immer wieder einigermassen zu sich und ihrem Weg zurückfinden. Wichtig ist jedoch zu sehen, dass Schulzeiten die Kinder von ihrem Weg abbringen. Es sind künstliche Steine die den Kindern in den Weg gelegt werden über die die Einen schnell stolpern und über die die Andern trotz allem noch tanzen.

Unsererseits spricht nichts gegen die Unterstützung der Kinder bei ihrem Lernen. Jedoch finden wir, dass diese Unterstützung weder von einer  Zeit, einem Raum/Gebäude noch von bestimmten Menschen abhängig sein sollte. Wir unterstützen unsere Kinder viel lieber in dem Moment, wo sie selbst etwas entdecken, egal ob diese Entdeckung am Abend um 22 Uhr oder am Vormittag stattfindet. Natürlich kann genau diese Haltung auch von Menschen kommen, die selbst Unterrichtszeiten haben. Weshalb haben sie denn Unterrichtszeiten?

Vielleicht weil sie Angst haben, dass ihr Kind nicht das Richtige oder das Notwendige lernt?

  • Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch, das was er im Leben braucht von sich aus lernen kann. Wenn ein Kind etwas wirklich erreichen oder lernen will, wird es ausdauernd auf dieses Ziel hinarbeiten, sofern es den Raum und die Zeit hat. Genau so wie fast jedes Kind Gehen lernt. Oder ein Beispiel von mir: Möchte ich was nähen, dass ich noch nie genäht habe, dann suche ich mir Hilfsmittel bis ich mein Ziel erreichen kann. Das ist bei einem Kind nicht anders. Das Kind braucht jedoch, je nach dem was es macht, Unterstützung von unserer Seite, die wir ihm im richtigen Zeitpunkt gerne geben dürfen.
  • Sollte das Notwendige Lernen von den Eltern oder von einem älteren Kind dadurch definiert sein, dass es jeder Zeit einen Einstieg in die altersentsprechende Schulstufe schafft, dann braucht es auch hier keinen kontinuierlichen Unterricht. Will ein Kind wirklich in die Schule, wird es von sich aus auf dieses Ziel hin arbeiten, bis es einen Schuleinstieg problemlos schafft. Die Dauer der Vorbereitungszeit ist dann von vielem Abhängig z.B. davon wie gross dieser Wille wirklich ist, weshalb es in die Schule will, wie der Stand des „Allgemeinwissens“ ist, wie es sich zu helfen weiss, welche Mittel ihm zur Verfügung stehen und und und. Dieses Ziel wird vom Grundsatz her jedoch nicht anders erarbeitet und erreicht als Ziele die wir uns im Erwachsenenleben setzten.
  • Von Allgemeinwissen halten wir nicht viel. Hand aufs Herz, was weisst du noch von dem was du in der Schule gelernt hast? Es ist doch hauptsächlich das, was dich interessiert hat und evtl. noch das, was besonders spannend und in einem angenehmen Rahmen vermittelt wurde. Da  sich die Interessen von Mensch zu Mensch unterscheiden, ist auch das Allgemeinwissen sehr unterschiedlich. Wir gehen davon aus, dass die Schule bezüglich Allgemeinwissen nicht einen besonders grossen Stellenwert hat. Wenn das natürliche Interesse der Kinder erhalten bleibt, werden sie schnell einen grossen Wissensschatz haben, ob dieses Wissen nun in die schulische Kategorie Allgemeinwissen passt oder nicht, spielt dabei keine Rolle, denn Allgemeinwissen ist einfach Lebenswissen und dies haben alle. Es ist unserer Meinung nach viel nachhaltiger und wertvoller, wenn unsere Kinder von ein paar Sachen die Zusammenhänge verstanden haben und diese anwenden können, als wenn sie von vielen Themen ein wenig wissen oder Sachen wie die 7 Bundesräte aufzählen können aber für Politik kein Verständnis haben.

Vielleicht, weil sie Angst haben, dass ihr Kind den ganzen Tag nichts tun wird?

  • Aus der Langeweile entsteht Kreativität. Hier ist es an uns Erwachsenen, die Langeweile der Kinder so lange auszuhalten wie sie es brauchen. Ein Kind, das von Anfang an in seinem Sein unterstützt und bei seinem Tun nicht ständig unterbrochen wird, wird Langeweile mit einer grossen Wahrscheinlichkeit weniger kennen, als ein Kind welches sich von klein an, auf Inputs und Anweisungen (zusätzlich zu den familieninternen und gesellschaftlichen „Regeln“) von aussen gewohnt ist. Jedoch können auch diese abhängigen Kinder wieder zu ihren Ursprungsinteressen zurückfinden, wenn man sie lässt. Dieses sogenannte Deschooling dauert bei Kindern, welche längere Zeit unterrichtet wurden, in der Regel geschätzte 1-2 Jahre, sofern sie sich dann nicht wieder in neuen (Teil-) Abhängigkeitsstrukturen befinden, ansonsten vermutlich eher länger. Ich selbst hatte zum Beispiel nach meiner Schulzeit während einem Jahrespraktikum zum ersten Mal die Möglichkeit, mich etwas zu sammeln und zu Erholen. Etwas später kam dann ein fünfmonatiger Auslandsaufenthalt dazu. Ich würde jedoch sagen, dass das wirklich merkbare Deschooling bei mir erst begann, als ich mich völlig fürs Muttersein entschieden hatte und meine Teilzeitstelle aufgab.  Nach so vielen Schul- und Studienjahren die ich hinter mir habe, würde ich auch heute noch nicht sagen, dass mein Deschooling abgeschlossen ist. Für konventionelle Schuldurchläufer und Berufseinsteiger ist dies wohl eine never ending Story.
  • Das Kind wird bestimmt was tun aber vielleicht nicht das, was wir wollen oder erwarten. Kinder spielen und lernen nicht wie wir Erwachsenen es uns vorstellen. Spielen und Lernen heisst nicht, das zu tun, was die Spielzeug- und Lernmaterialhersteller vordefiniert haben. Lernen bzw. Spielen ist entdecken, erforschen, erfahren, wiederholen, geniessen, beobachten, nachahmen etc.

 

Festgelegte Schulzeiten erschweren die natürliche, selbständige Beschäftigung ohne Bewertung. Gleichzeitig fördern sie weitere autoritäre Massnahmen wie Nachsitzen, Stillsitzen und Frontalunterricht, welche die Selbstbestimmtheit der Kinder einschränkt und die Abhängigkeit fördert. Wenn Kinder einmal an einen engen Rahmen gewohnt sind, werden sie diesen mit einer grossen Wahrscheinlichkeit über längere Zeit einfordern, weil er ihnen auch Sicherheit gibt. Diese Sicherheit bzw. eine noch tiefere Sicherheit würden die Kinder in ihrem triebhaften tun und bei ihrem natürlichen Entdecken und Lernen finden, wenn man sie lässt und in sie vertraut. Es braucht sehr viel Vertrauen und wohl auch Durchhaltevermögen von Seiten der Erwachsenen, um ein Kind seinen Weg gehen zu lassen. Jedoch ist es doch der meisten Eltern’s Wunsch, dass die Kinder ihre Berufung finden. Wir könnten es ihnen aber bestimmt oftmals viel leichter machen als wir es effektiv tun. Hier stellt sich eigentlich nicht nur die Frage ob Schule oder nicht oder Unterricht oder nicht – sondern mit welcher Haltung begegnen wir den Kindern und wie setzten wir diese im Alltag um. Die allermeisten unter uns werden immer wieder in alte Muster zurück fallen, was auch eine Bereicherung sein kann, wenn wir unser Verhalten immer wieder reflektieren und anpassen. Ebenso wenig wie pures unschooling kein Erfolgsversprechen ist, ist Schule auch nicht generell fehl am Platz. Hier ist ein schwarz-weiss wohl eher nicht angebracht. Was in welcher Situation das Beste ist, ist von sehr vielem Abhängig. Wie nicht für jede Frau eine Hausgeburt die Lösung ist, ist auch nicht unschooling (ohne Unterricht) für jede Familie die Lösung. Der ganze Rahmen in dem die Kinder Leben, bestimmt ihre Möglichkeiten. Manche Rahmen sind fester, manche flexibler. (Tanja)

So kannst du uns unterstützen

 

 

Seit gut einem halben Jahr besucht unser Grosser einmal in der Woche einen „freien“ Kindergarten, bei welchem das Lernen überwiegend in der Natur stattfindet. Er geht jede Woche für fünf Stunden dort hin. Fünf Stunden pro Woche finden wir definitiv genug oder sogar zu viel. Ich schreibe dies als Einstieg, damit ihr seht, dass wir direkten Kontakt und Erfahrung mit einer „freien Schule/Kindergarten“ haben.

Es gibt diverse Gründe weshalb wir uns fürs unschooling ohne Institution auch ohne Freilernort entschieden haben:

  • Weg: Fangen wir mit dem unbedeutendsten Punkt an. Wir wohnen etwas abgelegen, der Weg zu einer Schule egal ob frei oder staatlich wäre definitiv einen grösseren Aufwand für uns alle.
  • Preis: Private Schulen sind teuer. Wäre es aber unser Wunsch, würden wir das Geld bestimmt irgendwie zusammenlegen können.
  • Zeit: Unsere Kinder haben keine Zeit für Schule oder einen Freilernort. Es ist in unseren Augen nicht kindgerecht um 8 oder 9 Uhr (von mir aus auch um 10 Uhr) am Morgen irgendwo einzutrudeln. Insbesondere der Morgen ist wichtig für die Kinder. Kinder wollen gemütlich in den Tag starten. Sie wollen mit ihren eigenen Projekten und Spielideen den Tag beginnen. Zeitdruck ist da fehl am Platz. Kinder haben eigentlich gar keine Zeit für solches ortsgebundenes Lernen. Wenn man Kinder lässt, dann sind sie sehr kreativ und innovativ. (Später im Leben wer.den sie von sich aus lernen zu einem gewünschten Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, dies muss nicht mit 4 oder mit 8 Jahren gelernt werden. Zudem bekommen es die Kinder bei allen innerfamiliären Terminen schon von klein auf mit. Dazu braucht es keine Schule. )
  • Ortsgebundenheit: Es braucht keinen Lernraum und kein Lernhaus. Diese vier oder mehr Wände schränken unsere Kinder nur ein. Kinder lernen immer und überall. Es ist absolut nicht nötig einen Lernstall zu haben.
  • Lehrer / Coaches / Workshopleiter: Diese sind nur dann hilfreich, wenn es Mentoren sind, wenn sie mit ihrem Angebot Feuer und Flamme sind und wenn das Kind von sich aus an genau dem Thema interessiert ist, welches angeboten wird. Jeden Tag oder jede Woche andere, von Aussen gesteuerte Angebote sind kontraproduktiv und schaffen nur konsumfreudige Menschen, die ihre eigenen Interesse zurückstellen oder vergessen. Anregungen und Impulse gibt es genügend im Alltag, denn das Lernen von Unschoolern findet längst nicht nur zu Hause statt.
  • Lernumgebung: Es braucht keine grosse durchdachte Lernumgebung, welche es an manchen alternativen Schulen gibt. So viele Impulse sind eher eine Überforderung für die noch jungen Wesen. Ein paar einzelne schöne Gegenstände und Bücher sind aber sicher nicht fehl am Platz. Es werden immer mehr Sachen dazu kommen, entweder durch Geschenke oder durch das natürliche Interesse der Kinder. Wenn sich ein Kind für ein Thema wirklich interessiert, macht es natürlich Sinn, das Kind dabei zu unterstützen und auch Bücher und Materialien anzuschaffen. Weniger ist jedoch auch hier in der Regel mehr. Das schönste, wertvollste und vor allem individuellste und persönlichste entsteht in der Regel aus dem Nichts.
  • Endecken: Kinder wollen von Anfang an entdecken. Wir haben einige Schulen und Lernorte aus Neugierde angeschaut und uns die Frage gestellt, können hier Kinder wirklich entdecken. Ich nehme die Antwort gleich vorweg: An keinem von uns angeschauten Ort können die Kinder wirklich entdecken. In sogenannten Freilerner-Schulen sind aus unserer Sicht die „Schosskinder“ das grösste Hinderniss. Schosskinder sind für uns Kinder die die meiste Zeit auf dem Schoss der Eltern sitzen und Eltern haben, welche ständig für sie reagieren und antworten. Eltern die einen künstlichen Schutzraum um die Kinder bilden, welcher die Kinder offensichtlich einschränkt. Also hier im übertragenen Sinn würde es sich um „Schossschulen“ handeln. In der Regel haben genau diese Schulen eine riesige Lernumgebung, welche eher einschränkt als Platz für eigenes lässt.
    Dann gibt es noch einen anderen Typ freier Schulen, zu dem auch der Kindergarten gehört, welcher unser Grosser besucht. Diese Schulen stellen zwar das System in Frage und erleichtern den Kinder z.B. durch weniger Anweseheitspflicht die Schulzeit, jedoch haben sie noch viele Elemente der „normalen“ Schulen, die sie begleiten. Erstklässer müssen lesen und schreiben lernen, sie dürfen es aber in der Natur machen. Sie nehmen Projekte der Kinder auf, was aber bedeutet, dass 1-2 Kinder eine Idee haben und dann alle anderen schlussendlich mitmachen „müssen“. Die einen weil sie überredet werden und die anderen aus Gruppenzwang, weil ihre Freunde auch mitmachen oder es keine wirkliche Alternative gibt, weil dieses Projekt zu viel Raum einnimmt. Solche Schulen sind zwar viel weniger streng und viel herzlicher, man merkt aber, dass trotz all dem noch viele Glaubenssätze verfolgt werden, wie z.B., dass Kinder um das Sozialverhalten zu lernen solche Kindergruppen brauchen.
    Es gibt bestimmt noch viele weitere Schultypen und Mischformen.
  • Bindung: In freien Schulen ist oft die Bindung ein grosses und bekanntes Thema. Viele orientieren sich an den Ideen und Erfahrungen von Gordon Neufeld und Maurizio und Rebeca Wild. (und ähnlich denkenden tollen Menschen). Bindung und damit eng Verbunden die Aufmerksamkeit gegenüber dem Kind und das Vertrauen in das Kind, ist aus unserer Sicht zweifelsohne einer der wichtigsten Bausteine, welchen wir unseren Kindern mitgeben können. Bei einer gesunden Begleitung der Kinder sollte die Bindung jedoch keine Überbehütung sein und sich an den Bedürfnisse der Kinder ausrichten.
    In freien Schulen treffen viele Familien zusammen, die möglichst alles richtig machen wollen, was auch dazu führen kann, dass schlichtweg auch übertrieben wird. Der Start ins Leben ist zweifelsohne mit viel Körperkontakt (tragen, stillen, Familienbett, Ausscheidungskommunikation etc.), Elternbezogenheit, Kernfamilien verbunden. Kinder lösen sich jedoch ab dem ersten Tag. Zuerst ganz langsam und kaum merklich und dann immer mehr von den Eltern/Bezugspersonen ab. Als Bedürfnisorientierte Eltern ist es sehr schwer mit dem Tempo der Kinder mitzugehen und die Kinder weder zu unterfordern noch zu überfordern. Das Entdecken beginnt jedoch unserer Meinung nach sehr früh und findet nicht nur am Körper der Eltern oder im unmittelbaren Umkreis der Bezugspersonen statt. Es geht auch schnell mal über die eigenen vier Wände hinaus. Ein gesund gebundenes Kind kann durchaus mit ca. 3 Jahren auf andere Menschen zu gehen und mit Freunden und Bekannte der Eltern Kontakt aufnehmen. Es kann auch mal ausser Sichtweite der Eltern für ein paar Minuten auf Entdeckungstour gehen usw., das eine macht es vielleicht ein halbes Jahr früher, das andere ein halbes Jahr später, jedoch finden wir eine solche Ablösung essentiell und möchten unsere Kinder in keine Schule schicken in der es sich in einer künstlichen Schutzblase aufhält.
  • Sozialkontakte: Kinder brauchen unserer Meinung nach keine Kinder, sie haben aber in der Regel Freude an anderen Kindern. Kinder brauchen nur Menschen die von ganzem Herzen mit ihnen eine ehrliche, aufrichtige und bedingungslose Beziehung eingehen wollen.
    Bei den Sozialkontakten ist unserer Erfahrung nach weniger mehr. Für ganz kleine Kinder reicht der Kontakt zu einer Handvoll Menschen völlig aus. Es macht überhaupt keinen Sinn eine Kindergruppe nach „Schuhgrösse“ zusammenzubringen. Viel mehr Sinn macht es mit Menschen Zeit zu verbringen, die dieselben Interessen teilen. Wir sehen es als Aufgabe von uns Eltern, genau solche Mentoren und Menschen für und mit unseren Kindern zu suchen, egal wie alt die Personen sind.
  • Wissen: Kinder brauchen kein Wissen von Lehrkräften oder Coaches. Auch die Eltern müssen nicht allwissend sein. Wissen gibt es überall von morgens bis abends und von abends bis morgens. Ein wichtiger Faktor um zu Wissen zu kommen, ist Suchtmittel auszuschalten. Sei dies durch Nahrung oder auch durch Konsum. Wir zeigen unseren Kinder von Anfang an was wir mit modernen Medien machen und warum wir es so machen. Unser Kind hat seit es ca. 4 Jahre alt ist einen Laptop zur Verfügung, es lernt bei Bedarf Schritt für Schritt was man damit machen kann und warum er unsere Arbeit erleichtert. Über Ernährung wird bei uns viel diskutiert, so lernen unsere Kinder, welche Nahrungsmittel ihnen gute Energie spenden und welche sie im Alltag einschränken. Damit haben sie eine gute äusserliche Basis zum Lernen. Noch wichtiger als die Suchtmittel auszuschalten, ist ein wohlwollendes herzliches Umfeld und eine gute Atmosphäre rund um die Kinder, was wiederum auch mit einer gesunden Bindung und Vertrauen zusammen hängt. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, gibt es kaum noch Hindernisse um den Wissensdurst unserer Kinder aufzuhalten. Danach müssen wir nur noch wissen wie Informationen und Materialien zu beschaffen sind bzw. wo wir uns für was Unterstützung holen können.
  • Geld: Wir investieren unser Geld viel lieber direkt in unsere Kinder als indirekt in eine Institution. Beim unschooling ist es praktisch, wenn man ein gutes Budget für die Interesse der Kinder und vor allem auch für Ausflüge hat, es ist jedoch nicht zwingend. Auch mit einem schmalen Budget ist unschooling möglich. Menschen die das wirklich wollen, sind kreativ und finden einen Weg. Auf jeden Fall kostet unschooling nicht mehr als eine freie Schule kosten würde. Ich würde sogar sagen, in den aller meisten Fällen viel weniger.
  • Beziehung: Uns ist die Beziehung und die Zeit mit unseren Kindern sehr wichtig. Wir haben uns für unsere Kinder entschieden, weil wir sie begleiten möchten, weil wir sie geniessen möchten, weil wir mit ihnen Zeit verbringen möchten, weil wir ihnen Liebe schenken möchten usw. Wir könnten uns nicht vorstellen, unsere Kinder 25-35 Stunden pro Woche regelmässig nicht zu sehen. (Alle ihre anderen Aktivitäten ausser Schule sind in dieser Stundenanzahl noch nicht eingerechnet.) Ein ganz wichtiger Punkt ist hier die Geschwisterbeziehung, die aus unserer Sicht bei Schulkindern, vor allem wenn sie einen grossen Altersabstand haben, zu kurz kommt. Wann haben Schulkinder während der Woche noch Zeit, drei Stunden oder länger miteinander intensiv Zeit zu verbringen? Da könnte man jetzt einwenden in freien Schulen sei dies möglich – ja vielleicht, doch die wenigsten Geschwister würden sich wohl in der freien Schule entscheiden, einen grossen Teil ihrer Zeit zusammen zu verbringen und wenn sie diese zusammen verbringen würden, wären dann wohl aber noch andere Kinder die zusätzlich dabei wären und einen direkten Einfluss auf die Geschwisterbeziehung haben.
  • Verein: In einer freien Schule würden die Kinder vielleicht Kinder mit ähnlichen Interessen finden, welche auch mit ihnen in einen Verein gehen würden. Dies könnte gut sein. Jedoch finden wir, dass es bei Kleinkindern keinen Verein braucht um einem Hobby nachzugehen. Ein Verein mit seinen Regeln und den vielen Kindern finden wir für die kleinkindliche Entfaltung eher hinderlich. In einem Alter von 10-12 Jahren, wenn dann eventuell ein echtes Interesse für einen Verein  besteht, wird das Kind durchaus in der Lage sein, alleine ohne Freund/Freundin hinzugehen und auch den Weg selbst zu meistern.
  • Mehrere Kinder: Bei mehreren Kindern könnte man meinen, dass es praktischer wäre, sie an eine freie Schule zu schicken. Der Betreuungsschlüssel wird jedoch in den meisten Fällen weniger hoch sein als zu Hause. Da unschooling weit entfernt von Schule zu Hause ist, müssen die Kinder auch nicht den ganzen Tag eins zu eins betreut werden. Oft machen sie Sachen zusammen oder haben Projekte bei denen sie Keinen brauchen der ihnen reinredet., oder sie haben Projekte die sie mit einem Mentor zusammen machen oder mit anderen Kinder und und und.
  • Feste, Bräuche und Kultur: In freien Schulen können solche Momente zusammen erlebt werden. Wir denken jedoch, dass es noch viel mehr Freude bereitet, wenn solche Momente in einem selbst ausgewählten kleinen Kreis stattfinden, welcher für die Kinder übersichtlich ist. Zuhause frei zu lernen heisst nicht von der Welt abgeschottet zu sein. Es bedeutet höchstens, selbst mal etwas mehr zu organisieren.
  • Lager: Lager können durchaus ohne Schule stattfinden. Am Anfang können diese von den Eltern organisiert werden, später von den Kindern selbst. Es gibt auch Lager von Vereinen oder Umweltschutzorganisationen an welchen Kinder teilnehmen können.
  • Zeit ohne Eltern: Es ist durchaus wertvoll, wenn Kinder ab einem gewissen Alter (ca 2 +) Zeit ohne ihre Eltern verbringen. Am Anfang eher kurze Episoden und ab ca. dem Kindergartenalter auch mal einen Tag. Um Zeit ohne Eltern zu verbringen braucht es keine Schule. Kinder die unschoolen haben in der Regel einige Möglichkeiten, Zeit ohne ihre Eltern zu verbringen. Wir wünschen uns sogar, dass unsere Kinder regelmässig Zeit ohne uns verbringen können, wenn sie das auch möchten. Hier helfen wir aber bei unseren Kleinkindern (zurzeit ist dies erst bei unserem Grossen ein Thema) gerne die passenden Leute und die passende Aktivität herauszufinden und zu organisieren.
  • Kinderbetreuung: In einigen Familien müssen oder wollen beide Eltern arbeiten. In diesem Fall ziehen alternative Eltern heutzutage immer öfters freie Schulen für die Kinderbetreuung in Betracht. Für uns ist dies auch mit ein Grund, weshalb unser Grosser einen Tag im „freien“ Kindergarten verbringt. Wenn wir jedoch das Pensum erhöhen müssten, würden wir ihn wegen dem zu grossen unerwünschten Einfluss wieder herausnehmen.
    Es mag schwer sein, andere gute Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder zu finden. Trotzdem lohnt es sich, sie zu suchen.
    Ansonsten könnte auch eine Umorientierung betreffend Arbeit eine Lösung sein. Wir haben uns für selbstständige Tätigkeiten entschieden, damit wir so oft wie möglich für die Kinder da sein können. Die Arbeit ist für mich als Mutter vor allem einen Ausgleich zu den Beschäftigungen mit den Kindern im Alltag und zum Haushalt. Ich möchte die Arbeit nicht missen, jedoch möchte ich mein kleines Teilzeitpensum auch nicht erhöhen.
    Damit es für uns alle und für unsere Projekte stimmig ist, sind wir zurzeit auf Kinderbetreuung angewiesen. Wir finden es eine ziemliche Herausforderung neben der Arbeit und unseren eigenen Bedürfnissen 7 Tage pro Woche 24 Stunden für unsere Kinder da zu sein.  Obwohl unsere Kinder fast bei allem was wir tun mit dabei sein können, fehlt uns der Clan, welchen wir als das natürlichste erachten würden. Die Betreuung nur in der Kleinfamilie braucht viel Energie und ist eigentlich nicht so vorgesehen. Es ist für uns einen Kompromiss, dass unser Grosser 5 Stunden pro Woche im „freien“ Kindergarten verbringt und wir zusätzlich eine Tagesmutter haben, die zurzeit ca 10 Stunden pro Woche bei uns Zuhause bei der Kinderbetreuung und im Haushalt hilft. (Ich übernehme an diesem Tag jedoch auch einige Aufgaben betreffend der Kinder und sie können jeder Zeit zu mir kommen.)
    Bei uns wird sich jedoch in den nächsten Jahren bezüglich Arbeit, Wohnform und Kinderbetreuung noch einiges ändern. Wichtig finden wir, dass immer wieder reflektiert wird ob die aktuelle Form für alle noch stimmig ist.

 

  • Es würde bestimmt noch einige weitere Punkte und Argumente unsererseits geben. Wir lassen diesen Text jedoch jetzt mal so stehen und wirken. Die genannten Punkte reichen aus, um zu verdeutlichen, dass es in unseren Augen keine durch Erwachsene inszenierte Lernorte braucht. (Tanja)

Als ich mit dem zweiten Kind schwanger war, habe ich zum dritten mal das Buch von Willi Maurer „Der erste Augenblick des Lebens. Der Einfluss der Geburt auf die Heilung von Mensch und Erde“ gelesen.

Folgende stelle möchte ich hier zitieren (S. 304) (Taro ist die 2.5 Jährige Tochter von Clara):

Um vor unserem Weggehe noch eine dringliche E-Mail zu schreiben, begebe ich mich zwei Stockwerke höher. Nach kurzer Zeit kommt Taro, die sich offensichtlich für mich interessiert, allein die steile, praktisch geländerlose Wendeltreppe hoch. Mir stockt für einen Moment der Atem, doch ein helfender Eingriff ist nicht mehr möglich, denn schon ist sie oben. Clara hatte mir schon zuvor erklärt, dass Taro sich auf Treppen und Mauern völlig sicher bewege, da sie von klein auf instintiv gelernt habe, sich diesbezüglich nichts zuzutrauen, was sie nicht vorher >>be-griffen << habe.

Taro erkundet mein Arbeitszimmer und will sich anschliessend wieder auf den Rückweg ins untere Stockwerk machen. Ich bin entschlossen, mich vorsichtshalber unter die Treppe zu stellen, falls sie ausrutschen sollte. Doch erst einmal lasse ich ihr Zeit, sie hat sich offensichtlich doch noch nicht entschieden, die Treppe hinunterzugehen. Sie sitzt auf der obersten Stufe, schaut hinunter und äussert Laute des Zweifels und des Bedarfs nach Hilfe. Obwohl sie zur Mutter zurück will, stürmt sie nicht einfach los, weil sie sich das offensichtlich schwierigere Hinuntersteigen noch nicht zutraut, und so trete ich in Aktion, um sie auf dem Treppenstück zu begleiten. Aha, denke ich, wenn das feine Signal dieses Kindes gehört wird, muss es gar nicht erst laut werden. Doch wenn es nicht gehört würde, würde es selbstverständlich nicht zögern, mit aller Kraft zu schreien. Wie wunderbar ist doch diese Fähigkeit so klar um Hilfe zu rufen. Ein Stück gegenseitiges Vertrauen ist am Wachsen, ein Stück >>Neue Erde<< ist entstanden.

Wir haben uns entschieden unser zweites Kind von Anfang an noch mehr selbst machen zu lassen als das Erste. In den ersten Monaten waren wir immer ganz nahe bei seinen Neuenddeckungen dabei. Wir liessen es aber machen. Mit 6 Monaten fing es an zu kriechen. Mit 6.5 Monaten konnte es sich an Gegenständen hochziehen und stehen. Mit 8 Monaten konntdsc_1657e es an Gegenständen entlang gehen. Danach fing es mit 8.5 Monaten selbst an zu sitzen. Zuerst in einer Art knienden Position zwischen den Beinen, später mit gestreckten Beinen.  Um Distanzen einschätzen zu lernen, wurden Hindernisse zuerst vorwärts überwunden oder vorwärts Höhen abgetastet. Mit ca. 9.5 Monaten ging es automatisch rückwärts vom Sofa runter. Diese Fähigkeit wurde ein paar Tage ein geübt bis wir das Kind auch ohne dabei zu sein, machen liessen. Etwas später mit ca. 10 Monaten übte es aufs Sofa hinauf zu klettern bis auch das klappte. Ebenso mit 9.5 Monaten fing es sich an, fürs Treppensteigen zu interessieren. Wir begleiteten unser Kind während der ersten Zeit ganz nahe beim Treppensteigen. Nach einem Monat liessen wir es die ersten vier Stufen aus Sichtweite hinauf krabbeln. Seit es nun 11 3/4 Monate alt ist, geht es unsere Treppe selbständig hinauf und runter ohne das wir direkt dabei sind. Oft sind wir aber noch in der Nähe. Ebenso klettert unser Kind selbständig auf den Kletterbogen und wieder runter. Weiter haben wir sowohl in der Küche wie auch im Badezimmer einen Zweitritt auf welche es selbständig hinauf und runter klettert. Manchmal sind wir direkt dabei und manchmal nicht. Wenn ich merke das das Kind müde ist, stelle ich entweder diedsc_1960 Zweitritte an einen unerreichbaren Ort oder begleite das Kind eng bei seinen Erkundungen. Es macht so viel Freude zu sehen was schon kleine Kinder für Fähigkeiten haben, wenn man sie nur lässt. Ein Restrisiko gibt es immer, wobei ich dieses nicht grösser einschätze als beim Fünfjährigen, denn unser Kind ruft uns zuverlässig, wenn es nicht mehr weiterkommt, wenn es nicht mehr mag oder wenn es in einer Lage ist, aus der es nicht selbst wieder heraus kommt. Ich bin der Meinung, dass, wenn wir in der Anfangsphase vom einüben von neuen Fähigkeiten in Bereitschaft stehen und die Kinder erst ganz selber lassen, wenn sie sich und wir uns dabei sicher fühlen, vieles Unvorhergesehenes vermieden werden kann.

Für uns machen Treppenabsperrungen, Laufgitter, Schrankverschlüsse, Learningtower etc. wenig Sinn.

Es ist endlich soweit, ich schreibe meinen ersten Text übers Lernen. Für mich ist es wie eine Selbstoffenbarung, denn das Lernen liegt mir so am Herzen.

Natürliches Lernen zu erhalten ist wohl eine der schwierigsten Aufgaben die es gibt. Ein Baby lassen wir in der Regel in den ersten Monaten noch nach seinem Rhythmus lernen und greifen eher wenig ein. Spätestens beim Sitzen- und Gehen lernen wird aber schon zum ersten mal ernsthaft eingegriffen. Es wird gestützt, ermuntert, erwartet, gelobt etc. Muster die sich fortan durchs ganze Leben ziehen, aber eigentlich nicht sein müssten.

Was würde Geduld, abwarten, staunen und benennen verändern? Der natürliche Trieb würde von Anfang an erhalten. Tatsachen und Gegebenheiten würden an Stelle der Einteilung von gut und schlecht rücken. Das Vertrauen, der Entdeckungstrieb, der Lerntrieb, der Spieltrieb, die Neugierde würden erhalten bleiben. Die eigenen Fähigkeiten würden entdeckt. Es würde nach Lust und Laune ohne Scham ausprobiert. Es gäbe kein Machtgefälle und Gegeneinander, sondern ein Miteinander und Nebeneinander.

Was heisst das nun konkret?

Kinder lernen intrinsisch motiviert. Wenn man Kinder von Anfang an lässt, sie nur unterstützt wenn sie es wirklich brauchen, zwar präsent ist aber nicht omnipräsent, wird es ihnen kaum je langweilig sein, denn ihr Entdeckungstrieb und Erforschnungstrieb ist grenzenlos.

Wir Erwachsenen sind da. Je nach Alter in greifbarer, sichtbarer oder hörbarer Distanz. Wir sind präsent, abrufbar aber nicht aktiv, direktiv, urteilend und einteilend.

Schon nur Zeit ist ein einwirken auf die natürliche Entwicklung. Zeit ist eine Einteilung. Zeit bringt oft Unterbrechung. Der Flow wird gestört, dieser einzigartige grossartige Zustand des Seins. Des Seins ohne etwas zu müssen, des Seins in der Gegenwart, der Tiefe, des Glücks, der Entspannung, des Strahlens, der Ruhe….

…Gefühle die wir uns wünschen aber irgendwo auf unserem Lebensweg zurückgelassen haben und nur noch viel zu selten hervorrufen können. Dieser Automatismus ist kaputt gegangen aber wie und wo?

Oft läuft die Schwangerschaft bereits nur nebenbei, die Geburt wird nicht halb so geplant wie später ein Geburtstagsfest, das Wochenbett wird zum gefühlten Marathon und die Stillzeit wird zur Wirbelzeit. Stress, Zeitdruck und Ängste werden von Anfang an auf die Kinder übertragen. Alles Eigenschaften die natürliches Lernen schwierig bis unmöglich machen.

Was nun?

Zum Lernen braucht es Ruhe, Erdung und Gelassenheit. Kommt Langweile auf haben wir die natürliche Lernkomfortzone bereits verlassen. Um diese Lernkomfortzone wieder zu erreichen dürfen wir uns dem Deschooling öffnen. Dies bedeutet Langweile zu überwinden und wieder zu entdecken, zu uns zurück zu finden egal ob wir bereits in der Schule waren oder schon zuvor von unserem Umfeld manipuliert wurden. Jegliche Formung des Kindes führt zur Degeneration des natürlichen Lernprozesses. Erklären und Begleiten führt hingegen zu Erkenntnis und Integration. Rituale und Regeln führen zu Sicherheit und Zugehörigkeit. Natürliches Lernen ist Integrität ohne Macht und Urteil. Natürliches Lernen ist Verstehen durch Erfahrung, durch eigene Erkenntnis.

Wo findet natürliches Lernen statt?

Überall wo Begleitung mit echter Beziehung stattfindet. Nachhaltiges Lernen kann nur mit Beziehung stattfinden. Entweder mit Beziehung zu einer Sache oder mit Beziehung zu einem Menschen. Bei kurzen Inputs wie bei Lektionen, Vorträgen, Workshops und oberflächlichen Begegnungen können wir nicht in eine echte Beziehung mit anderen Menschen kommen. Eine Beziehung zur Sache haben wir nur, wenn wir uns dafür interessieren und der Wunsch zu einem Input von uns selbst, aus unserem inneren, kommt. Häufige Themenwechsel und Berieselung machen deshalb wenig Sinn, denn diese führen nur zu Reizüberflutung und Desintegrität. Desintegrität führt zu Mauren und Hürden um und über unsere wahren intrinsischen Wünsche. Sind wir nicht im Einklang, haben es auch alle um uns herum viel schwerer im Einklang zu sein. Unausgeglichene Eltern haben viel eher die Tendenz, ihre Kinder unbewusst oder bewusst zu formen oder für etwas begeistern zu wollen und stellen viel eher Erwartungen und Ziele auf.

Das Deschooling der Erwachsenen sowie die eigene Integrität erfolgt optimalerweise vor dem Eltern werden. Konnte dies nicht vor der Elternschaft geschehen oder wird es erst durch die Elternschaft ausgelöst, empfiehlt es sich seine eigenen Themen mit ausgewählten Fachpersonen anzuschauen, denn natürliches Lernen zu begleiten ist ein herausfordernder Fulltimejob. Es sollte jedoch kein Job sein oder bleiben, sondern ein ausgeglichenes Zusammenleben und -lernen sein.

Das Lernen wird von liebevoller Beziehung genährt. Bindung ist hier fehl am Platz. Wir binden die Kinder weder an uns noch ein. Wir gehen in Beziehung mit ihnen. Wir tragen sie unter dem Herzen, am Herzen und nehmen sie zu Herzen. Wir nehmen sie optimalerweise in ihrer ganzen Grösse war. Einer Grösse, die nicht kleiner ist, als unsere. Sie sind genau so ganz wie wir Erwachsenen und mindestens ebenso Weise. Wir können von ihnen lernen und sie von uns. Natürliches Lernen findet ohne Diktatur und ohne Wertung statt. Natürliches Lernen ist Begeisterung für eine Sache oder eine Person. Natürliches Lernen ist Verschmelzung so intensiv und so lange wie es braucht um damit erfüllt und glücklich zu sein.

Natürliches Lernen kann überall stattfinden. Es ist weder Ort, noch Zeit, noch Postleitzahl, noch Jahrgangsgebunden. Natürliches Lernen braucht Freiheit in Sicherheit.

NATÜRLICHES LERNEN BRAUCHT GEBORGENHEIT IN SICH SELBST, ES IST LIEBE PUR.

(Dieser Text ist weder vollständig noch abschliessend, bleibt aber so stehen. Weitere Texte übers Lernen werden zu gegebener Zeit folgen.)

Brauchst du Beratung? Dann schau mal hier vorbei.