Seit gut einem halben Jahr besucht unser Grosser einmal in der Woche einen „freien“ Kindergarten, bei welchem das Lernen überwiegend in der Natur stattfindet. Er geht jede Woche für fünf Stunden dort hin. Fünf Stunden pro Woche finden wir definitiv genug oder sogar zu viel. Ich schreibe dies als Einstieg, damit ihr seht, dass wir direkten Kontakt und Erfahrung mit einer „freien Schule/Kindergarten“ haben.

Es gibt diverse Gründe weshalb wir uns fürs unschooling ohne Institution auch ohne Freilernort entschieden haben:

  • Weg: Fangen wir mit dem unbedeutendsten Punkt an. Wir wohnen etwas abgelegen, der Weg zu einer Schule egal ob frei oder staatlich wäre definitiv einen grösseren Aufwand für uns alle.
  • Preis: Private Schulen sind teuer. Wäre es aber unser Wunsch, würden wir das Geld bestimmt irgendwie zusammenlegen können.
  • Zeit: Unsere Kinder haben keine Zeit für Schule oder einen Freilernort. Es ist in unseren Augen nicht kindgerecht um 8 oder 9 Uhr (von mir aus auch um 10 Uhr) am Morgen irgendwo einzutrudeln. Insbesondere der Morgen ist wichtig für die Kinder. Kinder wollen gemütlich in den Tag starten. Sie wollen mit ihren eigenen Projekten und Spielideen den Tag beginnen. Zeitdruck ist da fehl am Platz. Kinder haben eigentlich gar keine Zeit für solches ortsgebundenes Lernen. Wenn man Kinder lässt, dann sind sie sehr kreativ und innovativ. (Später im Leben wer.den sie von sich aus lernen zu einem gewünschten Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, dies muss nicht mit 4 oder mit 8 Jahren gelernt werden. Zudem bekommen es die Kinder bei allen innerfamiliären Terminen schon von klein auf mit. Dazu braucht es keine Schule. )
  • Ortsgebundenheit: Es braucht keinen Lernraum und kein Lernhaus. Diese vier oder mehr Wände schränken unsere Kinder nur ein. Kinder lernen immer und überall. Es ist absolut nicht nötig einen Lernstall zu haben.
  • Lehrer / Coaches / Workshopleiter: Diese sind nur dann hilfreich, wenn es Mentoren sind, wenn sie mit ihrem Angebot Feuer und Flamme sind und wenn das Kind von sich aus an genau dem Thema interessiert ist, welches angeboten wird. Jeden Tag oder jede Woche andere, von Aussen gesteuerte Angebote sind kontraproduktiv und schaffen nur konsumfreudige Menschen, die ihre eigenen Interesse zurückstellen oder vergessen. Anregungen und Impulse gibt es genügend im Alltag, denn das Lernen von Unschoolern findet längst nicht nur zu Hause statt.
  • Lernumgebung: Es braucht keine grosse durchdachte Lernumgebung, welche es an manchen alternativen Schulen gibt. So viele Impulse sind eher eine Überforderung für die noch jungen Wesen. Ein paar einzelne schöne Gegenstände und Bücher sind aber sicher nicht fehl am Platz. Es werden immer mehr Sachen dazu kommen, entweder durch Geschenke oder durch das natürliche Interesse der Kinder. Wenn sich ein Kind für ein Thema wirklich interessiert, macht es natürlich Sinn, das Kind dabei zu unterstützen und auch Bücher und Materialien anzuschaffen. Weniger ist jedoch auch hier in der Regel mehr. Das schönste, wertvollste und vor allem individuellste und persönlichste entsteht in der Regel aus dem Nichts.
  • Endecken: Kinder wollen von Anfang an entdecken. Wir haben einige Schulen und Lernorte aus Neugierde angeschaut und uns die Frage gestellt, können hier Kinder wirklich entdecken. Ich nehme die Antwort gleich vorweg: An keinem von uns angeschauten Ort können die Kinder wirklich entdecken. In sogenannten Freilerner-Schulen sind aus unserer Sicht die „Schosskinder“ das grösste Hinderniss. Schosskinder sind für uns Kinder die die meiste Zeit auf dem Schoss der Eltern sitzen und Eltern haben, welche ständig für sie reagieren und antworten. Eltern die einen künstlichen Schutzraum um die Kinder bilden, welcher die Kinder offensichtlich einschränkt. Also hier im übertragenen Sinn würde es sich um „Schossschulen“ handeln. In der Regel haben genau diese Schulen eine riesige Lernumgebung, welche eher einschränkt als Platz für eigenes lässt.
    Dann gibt es noch einen anderen Typ freier Schulen, zu dem auch der Kindergarten gehört, welcher unser Grosser besucht. Diese Schulen stellen zwar das System in Frage und erleichtern den Kinder z.B. durch weniger Anweseheitspflicht die Schulzeit, jedoch haben sie noch viele Elemente der „normalen“ Schulen, die sie begleiten. Erstklässer müssen lesen und schreiben lernen, sie dürfen es aber in der Natur machen. Sie nehmen Projekte der Kinder auf, was aber bedeutet, dass 1-2 Kinder eine Idee haben und dann alle anderen schlussendlich mitmachen „müssen“. Die einen weil sie überredet werden und die anderen aus Gruppenzwang, weil ihre Freunde auch mitmachen oder es keine wirkliche Alternative gibt, weil dieses Projekt zu viel Raum einnimmt. Solche Schulen sind zwar viel weniger streng und viel herzlicher, man merkt aber, dass trotz all dem noch viele Glaubenssätze verfolgt werden, wie z.B., dass Kinder um das Sozialverhalten zu lernen solche Kindergruppen brauchen.
    Es gibt bestimmt noch viele weitere Schultypen und Mischformen.
  • Bindung: In freien Schulen ist oft die Bindung ein grosses und bekanntes Thema. Viele orientieren sich an den Ideen und Erfahrungen von Gordon Neufeld und Maurizio und Rebeca Wild. (und ähnlich denkenden tollen Menschen). Bindung und damit eng Verbunden die Aufmerksamkeit gegenüber dem Kind und das Vertrauen in das Kind, ist aus unserer Sicht zweifelsohne einer der wichtigsten Bausteine, welchen wir unseren Kindern mitgeben können. Bei einer gesunden Begleitung der Kinder sollte die Bindung jedoch keine Überbehütung sein und sich an den Bedürfnisse der Kinder ausrichten.
    In freien Schulen treffen viele Familien zusammen, die möglichst alles richtig machen wollen, was auch dazu führen kann, dass schlichtweg auch übertrieben wird. Der Start ins Leben ist zweifelsohne mit viel Körperkontakt (tragen, stillen, Familienbett, Ausscheidungskommunikation etc.), Elternbezogenheit, Kernfamilien verbunden. Kinder lösen sich jedoch ab dem ersten Tag. Zuerst ganz langsam und kaum merklich und dann immer mehr von den Eltern/Bezugspersonen ab. Als Bedürfnisorientierte Eltern ist es sehr schwer mit dem Tempo der Kinder mitzugehen und die Kinder weder zu unterfordern noch zu überfordern. Das Entdecken beginnt jedoch unserer Meinung nach sehr früh und findet nicht nur am Körper der Eltern oder im unmittelbaren Umkreis der Bezugspersonen statt. Es geht auch schnell mal über die eigenen vier Wände hinaus. Ein gesund gebundenes Kind kann durchaus mit ca. 3 Jahren auf andere Menschen zu gehen und mit Freunden und Bekannte der Eltern Kontakt aufnehmen. Es kann auch mal ausser Sichtweite der Eltern für ein paar Minuten auf Entdeckungstour gehen usw., das eine macht es vielleicht ein halbes Jahr früher, das andere ein halbes Jahr später, jedoch finden wir eine solche Ablösung essentiell und möchten unsere Kinder in keine Schule schicken in der es sich in einer künstlichen Schutzblase aufhält.
  • Sozialkontakte: Kinder brauchen unserer Meinung nach keine Kinder, sie haben aber in der Regel Freude an anderen Kindern. Kinder brauchen nur Menschen die von ganzem Herzen mit ihnen eine ehrliche, aufrichtige und bedingungslose Beziehung eingehen wollen.
    Bei den Sozialkontakten ist unserer Erfahrung nach weniger mehr. Für ganz kleine Kinder reicht der Kontakt zu einer Handvoll Menschen völlig aus. Es macht überhaupt keinen Sinn eine Kindergruppe nach „Schuhgrösse“ zusammenzubringen. Viel mehr Sinn macht es mit Menschen Zeit zu verbringen, die dieselben Interessen teilen. Wir sehen es als Aufgabe von uns Eltern, genau solche Mentoren und Menschen für und mit unseren Kindern zu suchen, egal wie alt die Personen sind.
  • Wissen: Kinder brauchen kein Wissen von Lehrkräften oder Coaches. Auch die Eltern müssen nicht allwissend sein. Wissen gibt es überall von morgens bis abends und von abends bis morgens. Ein wichtiger Faktor um zu Wissen zu kommen, ist Suchtmittel auszuschalten. Sei dies durch Nahrung oder auch durch Konsum. Wir zeigen unseren Kinder von Anfang an was wir mit modernen Medien machen und warum wir es so machen. Unser Kind hat seit es ca. 4 Jahre alt ist einen Laptop zur Verfügung, es lernt bei Bedarf Schritt für Schritt was man damit machen kann und warum er unsere Arbeit erleichtert. Über Ernährung wird bei uns viel diskutiert, so lernen unsere Kinder, welche Nahrungsmittel ihnen gute Energie spenden und welche sie im Alltag einschränken. Damit haben sie eine gute äusserliche Basis zum Lernen. Noch wichtiger als die Suchtmittel auszuschalten, ist ein wohlwollendes herzliches Umfeld und eine gute Atmosphäre rund um die Kinder, was wiederum auch mit einer gesunden Bindung und Vertrauen zusammen hängt. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, gibt es kaum noch Hindernisse um den Wissensdurst unserer Kinder aufzuhalten. Danach müssen wir nur noch wissen wie Informationen und Materialien zu beschaffen sind bzw. wo wir uns für was Unterstützung holen können.
  • Geld: Wir investieren unser Geld viel lieber direkt in unsere Kinder als indirekt in eine Institution. Beim unschooling ist es praktisch, wenn man ein gutes Budget für die Interesse der Kinder und vor allem auch für Ausflüge hat, es ist jedoch nicht zwingend. Auch mit einem schmalen Budget ist unschooling möglich. Menschen die das wirklich wollen, sind kreativ und finden einen Weg. Auf jeden Fall kostet unschooling nicht mehr als eine freie Schule kosten würde. Ich würde sogar sagen, in den aller meisten Fällen viel weniger.
  • Beziehung: Uns ist die Beziehung und die Zeit mit unseren Kindern sehr wichtig. Wir haben uns für unsere Kinder entschieden, weil wir sie begleiten möchten, weil wir sie geniessen möchten, weil wir mit ihnen Zeit verbringen möchten, weil wir ihnen Liebe schenken möchten usw. Wir könnten uns nicht vorstellen, unsere Kinder 25-35 Stunden pro Woche regelmässig nicht zu sehen. (Alle ihre anderen Aktivitäten ausser Schule sind in dieser Stundenanzahl noch nicht eingerechnet.) Ein ganz wichtiger Punkt ist hier die Geschwisterbeziehung, die aus unserer Sicht bei Schulkindern, vor allem wenn sie einen grossen Altersabstand haben, zu kurz kommt. Wann haben Schulkinder während der Woche noch Zeit, drei Stunden oder länger miteinander intensiv Zeit zu verbringen? Da könnte man jetzt einwenden in freien Schulen sei dies möglich – ja vielleicht, doch die wenigsten Geschwister würden sich wohl in der freien Schule entscheiden, einen grossen Teil ihrer Zeit zusammen zu verbringen und wenn sie diese zusammen verbringen würden, wären dann wohl aber noch andere Kinder die zusätzlich dabei wären und einen direkten Einfluss auf die Geschwisterbeziehung haben.
  • Verein: In einer freien Schule würden die Kinder vielleicht Kinder mit ähnlichen Interessen finden, welche auch mit ihnen in einen Verein gehen würden. Dies könnte gut sein. Jedoch finden wir, dass es bei Kleinkindern keinen Verein braucht um einem Hobby nachzugehen. Ein Verein mit seinen Regeln und den vielen Kindern finden wir für die kleinkindliche Entfaltung eher hinderlich. In einem Alter von 10-12 Jahren, wenn dann eventuell ein echtes Interesse für einen Verein  besteht, wird das Kind durchaus in der Lage sein, alleine ohne Freund/Freundin hinzugehen und auch den Weg selbst zu meistern.
  • Mehrere Kinder: Bei mehreren Kindern könnte man meinen, dass es praktischer wäre, sie an eine freie Schule zu schicken. Der Betreuungsschlüssel wird jedoch in den meisten Fällen weniger hoch sein als zu Hause. Da unschooling weit entfernt von Schule zu Hause ist, müssen die Kinder auch nicht den ganzen Tag eins zu eins betreut werden. Oft machen sie Sachen zusammen oder haben Projekte bei denen sie Keinen brauchen der ihnen reinredet., oder sie haben Projekte die sie mit einem Mentor zusammen machen oder mit anderen Kinder und und und.
  • Feste, Bräuche und Kultur: In freien Schulen können solche Momente zusammen erlebt werden. Wir denken jedoch, dass es noch viel mehr Freude bereitet, wenn solche Momente in einem selbst ausgewählten kleinen Kreis stattfinden, welcher für die Kinder übersichtlich ist. Zuhause frei zu lernen heisst nicht von der Welt abgeschottet zu sein. Es bedeutet höchstens, selbst mal etwas mehr zu organisieren.
  • Lager: Lager können durchaus ohne Schule stattfinden. Am Anfang können diese von den Eltern organisiert werden, später von den Kindern selbst. Es gibt auch Lager von Vereinen oder Umweltschutzorganisationen an welchen Kinder teilnehmen können.
  • Zeit ohne Eltern: Es ist durchaus wertvoll, wenn Kinder ab einem gewissen Alter (ca 2 +) Zeit ohne ihre Eltern verbringen. Am Anfang eher kurze Episoden und ab ca. dem Kindergartenalter auch mal einen Tag. Um Zeit ohne Eltern zu verbringen braucht es keine Schule. Kinder die unschoolen haben in der Regel einige Möglichkeiten, Zeit ohne ihre Eltern zu verbringen. Wir wünschen uns sogar, dass unsere Kinder regelmässig Zeit ohne uns verbringen können, wenn sie das auch möchten. Hier helfen wir aber bei unseren Kleinkindern (zurzeit ist dies erst bei unserem Grossen ein Thema) gerne die passenden Leute und die passende Aktivität herauszufinden und zu organisieren.
  • Kinderbetreuung: In einigen Familien müssen oder wollen beide Eltern arbeiten. In diesem Fall ziehen alternative Eltern heutzutage immer öfters freie Schulen für die Kinderbetreuung in Betracht. Für uns ist dies auch mit ein Grund, weshalb unser Grosser einen Tag im „freien“ Kindergarten verbringt. Wenn wir jedoch das Pensum erhöhen müssten, würden wir ihn wegen dem zu grossen unerwünschten Einfluss wieder herausnehmen.
    Es mag schwer sein, andere gute Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder zu finden. Trotzdem lohnt es sich, sie zu suchen.
    Ansonsten könnte auch eine Umorientierung betreffend Arbeit eine Lösung sein. Wir haben uns für selbstständige Tätigkeiten entschieden, damit wir so oft wie möglich für die Kinder da sein können. Die Arbeit ist für mich als Mutter vor allem einen Ausgleich zu den Beschäftigungen mit den Kindern im Alltag und zum Haushalt. Ich möchte die Arbeit nicht missen, jedoch möchte ich mein kleines Teilzeitpensum auch nicht erhöhen.
    Damit es für uns alle und für unsere Projekte stimmig ist, sind wir zurzeit auf Kinderbetreuung angewiesen. Wir finden es eine ziemliche Herausforderung neben der Arbeit und unseren eigenen Bedürfnissen 7 Tage pro Woche 24 Stunden für unsere Kinder da zu sein.  Obwohl unsere Kinder fast bei allem was wir tun mit dabei sein können, fehlt uns der Clan, welchen wir als das natürlichste erachten würden. Die Betreuung nur in der Kleinfamilie braucht viel Energie und ist eigentlich nicht so vorgesehen. Es ist für uns einen Kompromiss, dass unser Grosser 5 Stunden pro Woche im „freien“ Kindergarten verbringt und wir zusätzlich eine Tagesmutter haben, die zurzeit ca 10 Stunden pro Woche bei uns Zuhause bei der Kinderbetreuung und im Haushalt hilft. (Ich übernehme an diesem Tag jedoch auch einige Aufgaben betreffend der Kinder und sie können jeder Zeit zu mir kommen.)
    Bei uns wird sich jedoch in den nächsten Jahren bezüglich Arbeit, Wohnform und Kinderbetreuung noch einiges ändern. Wichtig finden wir, dass immer wieder reflektiert wird ob die aktuelle Form für alle noch stimmig ist.

 

  • Es würde bestimmt noch einige weitere Punkte und Argumente unsererseits geben. Wir lassen diesen Text jedoch jetzt mal so stehen und wirken. Die genannten Punkte reichen aus, um zu verdeutlichen, dass es in unseren Augen keine durch Erwachsene inszenierte Lernorte braucht. (Tanja)

Im Januar 2017 sind die ersten MyMayu Explorer bei uns eingetroffen. Vom Konzept her waren wir von diesem Schuh begeistert. Eine dünne Sohle und ein sehr leichter Schuh. Drei Dinge sind uns aber von Anfang an ins Auge gestochen. 1. Der Schuh war nicht besonders schön verarbeitet und schien im Gegensatz zu seinem Preis aus billigem Material gemacht zu sein. 2. die Zehenfreiheit ist weniger gross als bei anderen Barfussschuhen. 3. Das An- und Ausziehen ist etwas tricki und für ein hohes Rist hat es wenig, wenn nicht gar zu wenig Platz. Glücklicherweise passten aber die Schuhe bei unseren zwei Kinder. Sie liebten sie von Anfang an. Der Grosse, damals fünf, reklamierte manchmal beim Anziehen, wenn er nicht genug Geduld hatte selbst in den Schuh zu schlüpfen und der Kleine, damals ein Jahr alt, reklamierte wenn er beim Kriechen wieder mal einen Schuh verloren hatte. Beides kam vor, war aber eher selten. Der Grosse konnte nach drei Wochen üben, die Schuhe inklusive Innenschuhe selber anziehen. Oft liesst man, dass die Kinder die MyMayu’s nicht anziehen können oder gar die Eltern extrem Mühe haben. Dies war bei uns nicht der Fall. Man muss zwar heraustüfteln, wie es am besten geht, wenn man es aber raus hat, sind die Schuhe inklusive Innenschuhe ruckzuck angezogen. Ebenso oft liesst man, dass die Kinder die Schuhe oft verlieren. Dies kommt zwar vor, ist aber halb so schlimm wenn man die Gummizüge richtig anzieht. Wir sind täglich draussen, die Kinder trugen die Schuhe im Winter täglich und danach immer wenn es feucht oder nass war. Hätten sie die Schuhe all zu oft verloren, hätten wir bestimmt noch andere gekauft. Dies war nicht der Fall. Eher das Gegenteil. Wir mussten weniger Schuhe kaufen, weil die MyMayu sowohl Winterschuhe, wie Trekkingschuhe als auch Gummistiefel bei uns ersetzten. Was bezüglich Ressourcenverbrauch super ist. Weiter hört man oft, dass die MyMayu Explorer nicht dicht seien. Es gab wohl mal eine Serie, welche nicht wasserdicht war. Unsere waren und sind immer noch wasserdicht. Unsere Kinder springen selten in Pfützen und waten in der Regel auch nicht durch Bäche. Sie sind aber oft im Regen draussen. Sie spielen oft im nassen Sand oder im nassen Gras. All das haben die MyMayu’s mitgemacht ohne, dass die Kinder nasse oder kalte Füsse hatten. (Feuchte Füsse können jedoch auch vom Schwitzen kommen, das eine oder andere Kind bekommt schnell Schweissfüsse in Plastikschuhen insbesondere wenn es Socken mit einem hohen Plastikanteil trägt.) Beim Grossen ist das eine oder andere Mal, Wasser von oben in die Stiefel gelaufen, dies war aber weil er sie nicht richtig angezogen hatte ;-). Selbst im Winter trug unser Grosser die MyMayu einmal wöchentlich während fünf Stunden im Waldkindergarten. Nach dem wir ihm eine Wildlingsohle in den Schuh gelegt hatten, hatte er mit diesen Schuhen nie kalte Füsse. Er trug sie in den kalten Monaten immer mit den Liner/Innenschuhen aus Fleece plus dicken Frotte-Biobaumwollsocken. Dann wäre noch die Frage wie es bezüglich Profil und Rutschfestigkeit aussieht. Uns ist aufgefallen, dass unsere Söhne auch mit Schuhen mit wenig Profil kaum rutschen. Ich denke das kommt davon, dass sie sich nur noch Barfussschuhe gewohnt sind und dadurch einen anderen Stand haben. Wir achten beim Schuhkaufen kaum aufs Profil, weil es für uns und unsere Kinder nicht wichtig ist. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass Kinder die sich Barfussschuhe nicht gewohnt sind, mit MayMayu Explorer am Anfang im Matsch oder auch auf Schnee ziemlich rutschen. Die Modelle für die ganz Kleinen haben kaum Profil und die für die Älteren auch nicht viel mehr.

Die Scheuerfestigkeit der MyMayu ist leider nur mässig hoch. Nach 9 Monaten Gebrauch haben sowohl die Schuhe vom Kleinen wie auch vom Grossen an manchen Stellen kleine Abrieblöcher. Diese Löcher befinden sich zum Glück an Stellen, an denen das Material doppelt ist. z.B. beim Tunnel vom Elastik und am Streifen wo der dünne Stoff an der schwarzen Sohle angeklebt ist. Auch beim Sohlengummi sieht man insbesondere beim Kleinen Abnutzungsspuren, welche wohl vorallem vom Krabbeln sind. Sprich dieser Schuh ist von der Qualität her so wie die Widlinge, bei intensivem Gebrauch ein Wegwerfschuh. Dies finden wir absolut nicht toll. Deshalb hoffen wir, dass bald ein ähnlicher, umweltfreundlicherer und stabilerer Schuh in dieser Art auf den Markt kommt. Bis dahin finden wir die MyMayu’s aber durchaus gut und sicher viel besser für die Füsse als viele andere Schuhe. Immerhin ist dieser Schuh aus recyceltem Material hergestellt und wie schon oben beschrieben ein Barfussschuh, was wir für die Füsse gut finden.

Fazit: Wir finden es ganz toll sind die Sohlen weich und die Schuhe wasserdicht und leicht. Die Schuhe sind total alltagstauglich und machen viel mit. Weniger toll finden wir, dass die Schuhe aus Plastik sind und eigentlich vom Material her den Preis nicht Wert. In unseren Augen gibt es aber nichts vergleichbares oder besseres auf dem Markt.

Zurzeit testen wir die MyMayu Wanderer. Der erste Eindruck ist etwas besser als bei den Explorer. Die Zehenfreit ist viel grösser. Jedoch macht die etwas dickere Sohle den Schuh weniger flexibel. Über unsere Erfahrungen mit dem MyMayu Wanderer werden wir später berichten. (Tanja)

Hier könnt ihr MyMayu bestellen (Die allermeisten MyMayu sind zurzeit ausverkauft. Nachschub gibt es im Dezember 17 oder Januar 18. Der Lieferant kann vorher nicht liefern. Wenn ihr euch in unserem Shop registriert oder unsere Facebookseite liked werdet ihr informiert wann die MyMayus wieder erhältlich sind.)

Zahnpasta machen ist ganz einfach. Es gibt so viele natürliche Dinge, welche antibakeriell, reinigend und erfrischend wirken.

Hier drei Varianten von Zahnpasta:

Weiches Kokosöl mit Xylit mischen. Ideal für Kinder weil sie es mögen und die Zahnpasta weder würzig noch intensiv schmeckt. Besonders bei kleineren Kindern würde ich auf die Zugabe von Natron oder ätherischen Ölen verzichten.

Weiches Kokosöl, Kuruma und Xylit mischen. Kurkuma sorgt für weisse Zähne 🙂

Weichs Kokosöl, Xylit, Natron und ätherisches Lavendelöl mischen. Wirkt sehr antibakteriell und efrischend.

 

Wir benutzen nur noch gekaufte fluorfreie Bio-Zahnpasta wenn wir einmal keine Zeit oder Lust haben Zahnpasta selber zu machen. Weil die Herstellung so schnell geht, ist das äusserst selten. Wir alle fahren sehr gut mit der selbstgemachten Zahnpasta. Unsere Kinder waren noch nie beim Zahnarzt und wir Erwachsenen seit Jahren nicht.

 

Seit wir Kinder haben, fand ich es unangenehm meine Kinder in Plastik einzupacken. Bei der Alltagskleidung ist das Vermeiden von Plastik heute zum Glück schon ziemlich einfach, aber bei der Outdoorbekleidung immer noch eine riesige Herausforderung. In der Vergangenheit recherchierte ich immer wieder im Internet nach preiswerter, veganer, plastikfreier Outdoorbekleidung, fand aber nichts überzeugendes. Ein paar Produkte wurden von uns ausprobiert – aber keines überzeugte uns.

Eines Tages stiess ich in einer Facebookgruppe auf die BUX. Ich studierte gleich eingehend die Webseite von Wind-Wetter-Zeug.de. Weil mich die genaue und übersichtliche Beschreibung mit der Untermalung von Bildern schnell überzeugte, waren ein paar Klicks später  2 BUXen für unsere beiden Jungs bestellt.

Als ich die BUX zum ersten Mal in der Hand hielt, war ich kurz skeptisch, ich konnte mir noch nicht ganz vorstellen, dass dieser weiche und natürlich anfühlende Stoff wirklich Nässe abhalten kann. Die Hose fühlte sich so gut an und sah für mich auch optisch total gut aus.

Beim Anprobieren kam dann eine Endtäuschung, die beiden Hosen waren noch viel zu gross. Für unser damals 106 cm grosses Kind hatte ich die Grösse 110-122 bestellt, für den Kleinen mit damals knapp 68 cm die Grösse 74-86. Auf die Endtäuschung hin legte ich die Hosen ein paar Tage auf die Seite. Sie  gingen mir aber nicht aus dem Kopf. Den Drang sie zu testen, führte dazu, dass ich die Hosen schon bald wieder hervor holte und den Kindern mit umgekrempelten Hosenbeinen anzog. Und siehe da das Matschen konnte auch mit zu grossen Hosen los gehen.

Die Kinder fühlten sich auf Anhieb sehr wohl in den BUXen. Hätte es aber für den Kleinen ab Stange per sofort eine kleinere Hose gegeben, hätte ich bestimmt gleich die Kleinere bestellt. Er war damals 6 1/2 Monate alt und total aktiv am herum kriechen. Für den Grossen habe ich gleich noch eine Nummer kleiner nachbestellt. Da die Lieferfrist etwas länger dauerte und wir uns in der Zwischenzeit ans umkrempeln gewöhnt hatten, bestellten wir diese Hose schlussendlich aber wieder ab. In der Zwischenzeit war unser Grosser auch gewachsen und passte deshalb immer besser in die Hose. Trotz allem empfehle ich, die Hose grössenentsprechend zu kaufen, denn sie ist wirklich reichlich gross geschnitten und passt bestimmt noch eine Weile über die angegebene Grösse hinaus.

Unsere Erfahrung mit der BUX

  • Die BUX ist allwettertauglich:
    Wenn die Hose nass wird, wird es am Anfang leicht feucht darunter. Sobald der Stoff aufgequollen ist, kommt keine weitere Nässe mehr durch. Im Winter trugen unser Kinder deshalb eine Biobaumwollfleecehose darunter. Diese Hose nahm die durchgedrungene Feuchtigkeit zuverlässig auf, so dass die Strumpfhose darunter nie Feucht wurde. Im Sommer schwitzten die Kinder nie mit der BUX. Die BUX ist sehr luftig geschnitten und zudem atmungsaktiv. Man kann die BUX ganz praktisch, der Jahreszeit und Witterungsensprechend mit diverser Kleidung aus natürlichen Materialien kombinieren.
  • Nässe:
    Ist die BUX mal nass trocknet sie bei sonnigem Frühlings-, Sommer- und Herbstwetter sehr schnell wieder. Wir waren oft mit der BUX im Regen, im feuchten Gras und im Schnee unterwegs. Die BUX hat dabei unsere Erwartungen mehr als übertroffen, auch wenn die Kinder manchmal etwas feucht darunter waren. Dennoch war uns von Anfang an klar, dass die BUX den Kontakt mit grösseren Mengen Wasser nicht aushält. Wenn die Kinder sich in den See im Sandkasten setzten und so weiter spielten wurde ihre Kleidung darunter nach relativ kurzer Zeit nass. Ebenso würde die BUX durchlassen, wenn die Kinder damit durch knietiefes Wasser waten würden. Wasserspritzer hält aber die BUX problemlos ab. Bezüglich Regen ersetzt sie für uns zweifellos eine Regenhose. Wir gehen mehrmals pro Woche bei jedem Wetter eine ca. 2.5 km lange Strecke zu Fuss. Die BUX ist dabei unser treuer Begleiter und hat diesen Härtetest für unsere Bedürfnisse problemlos Bestanden. Diese Strecke führt uns durch ein 1 km langes Waldstück, in dem unser Grosser oft offroad unterwegs ist, auch dabei können wir auf die BUX zählen. Der Kleine kroch im letzten Jahr fast täglich in der BUX im Freien herum. Die BUX war dabei einfach perfekt für seine Entdeckungstouren. Ich war selber erstaunt, dass beim kriechenden Kleinen nicht mehr Feuchtigkeit durch den Stoff drang als beim Grossen, der viel weniger oft auf den Knien unterwegs ist. Übrigens: Wenn wir das Gefühl haben, dass die Nässebeständigkeit nach lässt, waschen wir die BUX hin und wieder mit der Nikwaximprägnierung in der Waschmaschine. Nach so einem Waschgang, sieht man dann gleich wieder richtig gut wie Wassertropfen an der BUX abperlen.
  • Abriebfestigkeit:
    Wow da kann die BUX zweifelsohne hoch trumpfen. Unser Kleiner hat einige Hosen durchgeraffelt auf seinen Erfkundungstouren auf den Knien. Der BUX sieht man kaum was an. Der Stoff fühlt sich immer noch gleich dick an. Der Grosse rutscht mit der BUX auf dem Po Hänge im Wald hinunter, kletter über Steine hoch, kriecht und rutscht durchs Gras, klettert stundenlang auf Spielplätzen herum, hilft dem Papa bei Outdoorarbeiten, all das macht die BUX problemlos mit ohne Scheuerspuren aufzuweisen.
  • Schmutz:
    Unsere BUXen werden täglich schmutzig. An das ausklopfen und Stellenweise auswaschen musste ich mich gewöhnen. Ich werfe gerne am Abend die schmutzigen Kleider einfach in die Waschmaschine und fertig. Die BUX braucht da meiner Meinung nach ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, da Mensch sie nicht in der Waschmaschine waschen sollte. Ich habe mich nun daran gewöhnt, dass die Kinder auch oft wieder schmutzige BUXen anziehen, weil ich entweder keine Lust hatte die BUX zu säubern oder weil ich es vergessen habe. Mir ist aber auch klar, dass unsere BUXen, wegen unserem Wohnort, mitten in der Natur, weit überdurchschnittlich beansprucht werden. Die Kinder haben direkt vor der Haustür so viele Möglichkeiten zum Spielen und Matschen, dass ich die BUXen mehrmals tägliche reinigen könnte. Bei vielen anderen Familien ist dieses Angebot viel kleiner und deshalb müsst ihr euch diesbezüglich auch keine Sorgen machen!
  • Winter:
    Wir haben uns für den Winter für eine doppelte BUX pro Kind entschieden. Diese Entscheidung war für unsere Bedürfnisse die Richtige, da wir für die Zukunft eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Skihosen suchten. Diese BUX liess soweit ich weiss nie spürbar Feuchtigkeit durch auch wenn die Kinder längere Zeit im Schnee sassen oder im Schnee herum krochen. Ich hatte mit den doppelten BUXen im Winter einfach ein besseres Gefühl. Insbesondere wenn ich mit den Kindern zu Fuss unterwegs war, war es mir wichtig, dass die Kinder nicht kalt hatten oder plötzlich doch nass wurden. Zuhause ums Haus haben wir immer mal wieder auch die einfache, „normale“ BUX getestet und konnten feststellen, dass sie durchaus auch wintertauglich ist. Sie lässt zwar nach einiger Zeit, je nach Schnee früher oder später Feuchtigkeit durch, aber nur so viel, dass sie von der Biobauwollfleecehose problemlos aufgenommen werden kann. Bezüglich Kälte experimentierten wir mit unterschiedlichen Kombinationen von Kleidungsstücken und Kleidungsschichten. In der Regel reichte beim Kleinen eine dicke Biobaumwollstrumpfhose und die Biobaumwollfleecehose unter der BUX für einen ca. 1-1.5 Stündigen Aufenthalt im Schnee. Danach hatte er von dem kalten, nassen Zeug sowieso genug. Waren wir länger draussen unterwegs trug ich ihn oft mit der selben Kleidungskombination unter meiner Softshelltragejacke. Der Grosse trug in der Regel Biobaumwollleggings und Biobauwollfleecehosen darunter. Manchmal noch eine zusätzliche Trainerhose.
  • Tragegefühl:
    Die Hose ist so weich, ausser sie ist total nass, dann ist sie hart :-). Der Schnitt ist so kinderfreundlich und luftig. Das Ein- und Aussteigen ist einfach. Durch die verstellbaren Druckknöpfe bleibt ein gutes Tragegefühl erhalten auch wenn ein dicker Pullover darunter angezogen wird oder eine Jacke. Einfach einen Knopf weiter stellen und die Bewegungsfreiheit bleibt erhalten. Der Grosse mag die BUX eigentlich liebend gerne, trotzdem will er sie zwischendurch nicht anziehen, der Grund ist, das für ihn etwas umständlichere Pinkeln. Wenn er ganz dringend muss….wünscht er sich immer mal wieder ganz laut eine BUX ohne Träger. 🙂

Fazit

Die BUX ist für uns die perfekte Ganzjahres- und Allwetter- Hose. Sie ist gemacht für naturnahe Outdooraktivitäten. Sie ersetzt bei uns Regenhosen, Outdoorhose, Arbeitshose und Skihose. Wer jedoch eine 100% wasserdichte Outdoorhose sucht findet diese in der BUX nicht. Wir als naturliebende Familie, brauchen keine 100% wasserdichte Outdoorhose, wir brauchen nur einen zuverlässigen Outdoorbegleiter, der unseren Ansprüchen gerecht wird. Diesen Begleiter haben wir in dieser schönen, fair produzierten, vielseitigen, umweltfreundlichen Hose gefunden. Wir würden sie nicht mehr hergeben und können mit gutem Gewissen sagen, dass für uns das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Laut diversen Test des Herstellers kann die Hose für mehrere Kinder gebraucht werden. Sie sei über mehrere Jahre problemlos verwendbar. Wir haben die Hose seit Juli 2016. Bei unserem intensiven Gebrauch sind wir zufrieden wenn sie nach einem Jahr noch brauchbar ist, mehr erwarten wir nicht, sind aber natürlich froh wenn wir sie auch noch länger brauchen können. Schön ist zudem zu wissen, dass die Herstellerin Reparaturmaterial anbietet, sollte doch mal was kaputt gehen. Natürlich hält auch die BUX nicht allem stand.

Ach ja und was ich noch erwähnen wollte, wir finden es ganz toll, dass die Kinder die BUX ob Winter, Frühling, Sommer oder Herbst, denn ganzen Tag anbehalten können ohne zu schwitzen, ohne sich eingepanzert zu fühlen und ohne das Gefühl zu haben doch die falsche Kleidung gewählt zu haben. Seit wir die BUX haben, schleppe ich kaum noch Ersatzkleidung für die Kids mit mir herum, weil wir keine Ersatzkleidung mehr brauchen.

Nun zum Ausklang dieses Textes soll gesagt sein, dass der Klang der reibenden BUX um Welten schöner ist als das Gummi-Plastik-Quitschen von weitverbreiteten Outdoor- und Regenkleidung. Zudem können die Kinder mit ihr ganz bequem am Lagerfeuer sitzen ohne vor Funken weghüpfen zu müssen. 🙂 Für uns ist die BUX Regenschutz, Sonnenschutz, Zeckenschutz, Kälteschutz, Schmutzschutz, Insektenschutz, Schürfschutz…. alles in einem.

Zum Schluss noch ein ganz grosses Lob an Zora (der Mutter von BUX). Wir finden es extrem cool, dass du sogar bei den Gummizügen, dem Garn und allen weiteren Zusatzteilen  auf umweltfreundliche und chemiefreie Produkte achtest!

In der Schweiz könnt ihr die BUX hier bei uns kaufen

Nun ist es endlich soweit – In den nächsten Tagen werden die ersten BUX aus unserem Lager versendet! Gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten.

Die ersten Bestellungen werden wir am 24. Dezember persönlich übergeben. Wir freuen uns, euch nun direkt ab Lager beliefern zu können. Die erste Lieferung hat sich aufgrund von Importschwierigkeiten etwas verzögert.

Wir haben die Bux Wind-Wetter-Hosen in verschiedenen Farben und Grössen an Lager und versenden diese innerhalb von 3 bis 5 Tagen.

Der Matsch und Schlamm kann kommen!

Als ich mit dem zweiten Kind schwanger war, habe ich zum dritten mal das Buch von Willi Maurer „Der erste Augenblick des Lebens. Der Einfluss der Geburt auf die Heilung von Mensch und Erde“ gelesen.

Folgende stelle möchte ich hier zitieren (S. 304) (Taro ist die 2.5 Jährige Tochter von Clara):

Um vor unserem Weggehe noch eine dringliche E-Mail zu schreiben, begebe ich mich zwei Stockwerke höher. Nach kurzer Zeit kommt Taro, die sich offensichtlich für mich interessiert, allein die steile, praktisch geländerlose Wendeltreppe hoch. Mir stockt für einen Moment der Atem, doch ein helfender Eingriff ist nicht mehr möglich, denn schon ist sie oben. Clara hatte mir schon zuvor erklärt, dass Taro sich auf Treppen und Mauern völlig sicher bewege, da sie von klein auf instintiv gelernt habe, sich diesbezüglich nichts zuzutrauen, was sie nicht vorher >>be-griffen << habe.

Taro erkundet mein Arbeitszimmer und will sich anschliessend wieder auf den Rückweg ins untere Stockwerk machen. Ich bin entschlossen, mich vorsichtshalber unter die Treppe zu stellen, falls sie ausrutschen sollte. Doch erst einmal lasse ich ihr Zeit, sie hat sich offensichtlich doch noch nicht entschieden, die Treppe hinunterzugehen. Sie sitzt auf der obersten Stufe, schaut hinunter und äussert Laute des Zweifels und des Bedarfs nach Hilfe. Obwohl sie zur Mutter zurück will, stürmt sie nicht einfach los, weil sie sich das offensichtlich schwierigere Hinuntersteigen noch nicht zutraut, und so trete ich in Aktion, um sie auf dem Treppenstück zu begleiten. Aha, denke ich, wenn das feine Signal dieses Kindes gehört wird, muss es gar nicht erst laut werden. Doch wenn es nicht gehört würde, würde es selbstverständlich nicht zögern, mit aller Kraft zu schreien. Wie wunderbar ist doch diese Fähigkeit so klar um Hilfe zu rufen. Ein Stück gegenseitiges Vertrauen ist am Wachsen, ein Stück >>Neue Erde<< ist entstanden.

Wir haben uns entschieden unser zweites Kind von Anfang an noch mehr selbst machen zu lassen als das Erste. In den ersten Monaten waren wir immer ganz nahe bei seinen Neuenddeckungen dabei. Wir liessen es aber machen. Mit 6 Monaten fing es an zu kriechen. Mit 6.5 Monaten konnte es sich an Gegenständen hochziehen und stehen. Mit 8 Monaten konntdsc_1657e es an Gegenständen entlang gehen. Danach fing es mit 8.5 Monaten selbst an zu sitzen. Zuerst in einer Art knienden Position zwischen den Beinen, später mit gestreckten Beinen.  Um Distanzen einschätzen zu lernen, wurden Hindernisse zuerst vorwärts überwunden oder vorwärts Höhen abgetastet. Mit ca. 9.5 Monaten ging es automatisch rückwärts vom Sofa runter. Diese Fähigkeit wurde ein paar Tage ein geübt bis wir das Kind auch ohne dabei zu sein, machen liessen. Etwas später mit ca. 10 Monaten übte es aufs Sofa hinauf zu klettern bis auch das klappte. Ebenso mit 9.5 Monaten fing es sich an, fürs Treppensteigen zu interessieren. Wir begleiteten unser Kind während der ersten Zeit ganz nahe beim Treppensteigen. Nach einem Monat liessen wir es die ersten vier Stufen aus Sichtweite hinauf krabbeln. Seit es nun 11 3/4 Monate alt ist, geht es unsere Treppe selbständig hinauf und runter ohne das wir direkt dabei sind. Oft sind wir aber noch in der Nähe. Ebenso klettert unser Kind selbständig auf den Kletterbogen und wieder runter. Weiter haben wir sowohl in der Küche wie auch im Badezimmer einen Zweitritt auf welche es selbständig hinauf und runter klettert. Manchmal sind wir direkt dabei und manchmal nicht. Wenn ich merke das das Kind müde ist, stelle ich entweder diedsc_1960 Zweitritte an einen unerreichbaren Ort oder begleite das Kind eng bei seinen Erkundungen. Es macht so viel Freude zu sehen was schon kleine Kinder für Fähigkeiten haben, wenn man sie nur lässt. Ein Restrisiko gibt es immer, wobei ich dieses nicht grösser einschätze als beim Fünfjährigen, denn unser Kind ruft uns zuverlässig, wenn es nicht mehr weiterkommt, wenn es nicht mehr mag oder wenn es in einer Lage ist, aus der es nicht selbst wieder heraus kommt. Ich bin der Meinung, dass, wenn wir in der Anfangsphase vom einüben von neuen Fähigkeiten in Bereitschaft stehen und die Kinder erst ganz selber lassen, wenn sie sich und wir uns dabei sicher fühlen, vieles Unvorhergesehenes vermieden werden kann.

Für uns machen Treppenabsperrungen, Laufgitter, Schrankverschlüsse, Learningtower etc. wenig Sinn.

Glück kann nur in der Gegenwart stattfinden, nicht in der Zukunft. Wir haben nur die Möglichkeit, jetzt und heute und hier an diesem Ort glücklich zu sein, in der Situation, in der wir uns im Moment befinden.
Lienhard Valentin

Dieses Zitat aus dem Buch „Die Kunst, gelassen zu erziehen“ passt super in unsere Zeit. Immer mehr Leute streben ein mehr an, setzen dem Glück Bedingungen wie z.B. „Wenn ich doch nur … hätte, dann wäre ich Glücklich“, anstatt im hier und jetzt sein Glück zu sehen. Wir oder die Meisten unter uns haben das Glück, alles zu haben was sich viele nur erträumen können. Wir haben es, nur – sind wir auch glücklicher damit? Meistens nicht, denn Materialismus macht an sich nicht glücklich.

Also nehmen wir uns doch zu Herzen, und suchen das Glück im hier und jetzt.

Der erste Besuch mit Kinder im Verkehrshaus.

Es waren fast zu viele Eindrücke. Nach drei Stunden war es definitiv genug.

Vieles wurde begeistert angesehen. Alles wurde dem Tempo des Kindes angepasst.

Jetzt sollten wir eigentlich Zeit haben in den nächsten Wochen immer Mal wieder ins Verkehrshaus zu gehen, damit unser Grosser sich dort wohlfühlen und die Dinge in sich aufsaugen kann. Leider müssen wir die kommenden Besuche auf nächstes Jahr verschieben.

Wir haben für uns entschieden, dass wir mit den Kindern so lange ein Museum besichtigen bis sie genug davon haben und erst dann das nächste anschauen. Eigentlich sind wir noch beim naturhistorischen Museum in Bern. Dieses haben Vater und Sohn in den letzten Wochen sechs mal besucht und das Interesse des Kindes ist immer noch da.

Im Verkehrshaus waren wir nur, weil uns der Weg aus einem anderen Grund letzten Sonntag nach Luzern führte. Ich wollte wieder einmal zwei Sachen verbinden, was hier eine machbare aber nicht besonders kinderfreundliche Entscheidung war.

 

Heute Abend im Zug: „Mama weshalb steht dort eine zwei?“

Ich innerlich 🙂 „Oh jetzt kann unser Grosser bereits Zahlen lesen“….. „Ja das freie Lernen funktioniert wirklich.“

Diese Szene kam passend zu einem Gespräch im Freilernerturnen. Schade, dass nicht alle Inspektoren die gewünschte Offenheit für jegliche Lernformen haben.

So schön, dass es Eltern gibt die unschooling leben und leben wollen 🙂

Wildlinge, wer kennt sie nicht, die Barfussschuhe schlecht hin. Schlichtes Design, bequeme Passform, leicht, anpassbar und fair produziert. Was will man mehr? Leider gibt es bei diesen Schuhen aber auch gravierende Nachteile, die sich vorallem bei erwachsenen Schuhträgern zeigen. Nach ein paar Monate mit Wildlingen awildlingeproblemn den Füssen können wir nun endlich auch Langzeiterfahrungen über diese Schuhe mit euch teilen.

Schon seit längerer Zeit sind wir auf der Suche nach öko Barfussschuhen über die ganze Familie. Mit dem Wildling Schuh haben wir uns in einen Barfussschuh verliebt, der in allen Bereichen glänzte. So war unser erster Eindruck. Sogleich haben wir mehrere Paare dieser Wildlinge für unseren Sohn (5 Jahre) und uns Erwachsene bestellt. Die ersten Anprobiermomente waren überzeugend und wir verliebten uns in sie.

Um diese Schuhe ausgiebig zu Testen, haben wir entschlossen, mit diesen Barfussschuhen ein paar Tage auf dem Jackobsweg über Stock und Stein, Wiesen, Asphalt und Waldwege zu gehen.

Schon ein paar Tage später bemerkten wir, dass der Stoff im Sohlenbereich beim diagonalen Einschnitt sehr belastet wird. Ebenfalls verspührte ich bei mir eine Druckstelle im Ballenbereich. Dies habe ich zu diesem Zeitpunkt aber auf meine untrainierten Füsse zurückgeführt.
Eine Woche später nach täglichem Gebrauch war diese Stelle bei uns Erwachsenen mehr oder weniger durch gescheuert. Diese Abnutzung machte mich stutzig und ich fragte mich, ob wir wirklich den richtigen Schuh gefunden haben. Ich nahm mir nun die Zeit dieses Problem zu analysieren. Als Ingenieur beschäftige ich mich täglich mit Problemlösungen.
Nach genauem hinschauen denke ich die Ursache für das Sohlenproblem gefunden zu haben.

Ich habe die Druckbelastungen beim Barfussgehen analysiert und festgestellt, dass genau im Bereich der höchsten Druckbelastung im Ballen die Sohle einen Einschnitt aufweist. Um dies zu verdeutlichen habe ich ein Druckbild eines Barfussläufers über die Sohle gelegt.
Da der diagonale Sohleneinschnitt (gelb umrahmt) einen Dickenunterschied von ca. 4 Millimetern aufweist, entsteht dort eine unangenehme Druckstelle.

Diese Einsicht habe ich dem Wildlinge-Team unterbreitet. Mein Vorschlag, die Sohle so abzuändern, dass im gesamten Fussabdruckbereich (im Bild grün umrahmt) keine Einschnitte vorhanden sind, wurde leider abgelehnt. Das Durchscheuerproblem wollen sie mit abriebbeständigerem Stoff lösen.  Der diagonale Einschnitt sei für sie der grosse Vorteil von ihrem Produkt im Vergleich mit anderen Barfussschuhen. Dieser Einschnitt mache den Schuh anpassbar an die verschiedensten Füsse. Das Druckstellenproblem im Ballenbereich sei für sie kein Design-Problem, da sich bis jetzt noch niemand darüber beschwert hätte. Ich sei der Erste, der das gemeldet hat. Somit würden die Vorteile des diagonalen Einschnitts für sie überwiegender als deren Nachteile.

Diese Antwort hat mich etwas enttäuscht, da ich der Ansicht bin, dass dieses Sohlendesign mit dem diagonalen Einschnitt gravierende Nachteile mit sich bringt. Diese Nachteile sind für mich so gross, dass wir den Wildling Schuh schweren Herzens nicht mehr für Erwachsene empfehlen können.

Für mich habe ich die Lösung gefunden. Diese werde ich in einem separaten Post aufzeigen.

Es ist endlich soweit, ich schreibe meinen ersten Text übers Lernen. Für mich ist es wie eine Selbstoffenbarung, denn das Lernen liegt mir so am Herzen.

Natürliches Lernen zu erhalten ist wohl eine der schwierigsten Aufgaben die es gibt. Ein Baby lassen wir in der Regel in den ersten Monaten noch nach seinem Rhythmus lernen und greifen eher wenig ein. Spätestens beim Sitzen- und Gehen lernen wird aber schon zum ersten mal ernsthaft eingegriffen. Es wird gestützt, ermuntert, erwartet, gelobt etc. Muster die sich fortan durchs ganze Leben ziehen, aber eigentlich nicht sein müssten.

Was würde Geduld, abwarten, staunen und benennen verändern? Der natürliche Trieb würde von Anfang an erhalten. Tatsachen und Gegebenheiten würden an Stelle der Einteilung von gut und schlecht rücken. Das Vertrauen, der Entdeckungstrieb, der Lerntrieb, der Spieltrieb, die Neugierde würden erhalten bleiben. Die eigenen Fähigkeiten würden entdeckt. Es würde nach Lust und Laune ohne Scham ausprobiert. Es gäbe kein Machtgefälle und Gegeneinander, sondern ein Miteinander und Nebeneinander.

Was heisst das nun konkret?

Kinder lernen intrinsisch motiviert. Wenn man Kinder von Anfang an lässt, sie nur unterstützt wenn sie es wirklich brauchen, zwar präsent ist aber nicht omnipräsent, wird es ihnen kaum je langweilig sein, denn ihr Entdeckungstrieb und Erforschnungstrieb ist grenzenlos.

Wir Erwachsenen sind da. Je nach Alter in greifbarer, sichtbarer oder hörbarer Distanz. Wir sind präsent, abrufbar aber nicht aktiv, direktiv, urteilend und einteilend.

Schon nur Zeit ist ein einwirken auf die natürliche Entwicklung. Zeit ist eine Einteilung. Zeit bringt oft Unterbrechung. Der Flow wird gestört, dieser einzigartige grossartige Zustand des Seins. Des Seins ohne etwas zu müssen, des Seins in der Gegenwart, der Tiefe, des Glücks, der Entspannung, des Strahlens, der Ruhe….

…Gefühle die wir uns wünschen aber irgendwo auf unserem Lebensweg zurückgelassen haben und nur noch viel zu selten hervorrufen können. Dieser Automatismus ist kaputt gegangen aber wie und wo?

Oft läuft die Schwangerschaft bereits nur nebenbei, die Geburt wird nicht halb so geplant wie später ein Geburtstagsfest, das Wochenbett wird zum gefühlten Marathon und die Stillzeit wird zur Wirbelzeit. Stress, Zeitdruck und Ängste werden von Anfang an auf die Kinder übertragen. Alles Eigenschaften die natürliches Lernen schwierig bis unmöglich machen.

Was nun?

Zum Lernen braucht es Ruhe, Erdung und Gelassenheit. Kommt Langweile auf haben wir die natürliche Lernkomfortzone bereits verlassen. Um diese Lernkomfortzone wieder zu erreichen dürfen wir uns dem Deschooling öffnen. Dies bedeutet Langweile zu überwinden und wieder zu entdecken, zu uns zurück zu finden egal ob wir bereits in der Schule waren oder schon zuvor von unserem Umfeld manipuliert wurden. Jegliche Formung des Kindes führt zur Degeneration des natürlichen Lernprozesses. Erklären und Begleiten führt hingegen zu Erkenntnis und Integration. Rituale und Regeln führen zu Sicherheit und Zugehörigkeit. Natürliches Lernen ist Integrität ohne Macht und Urteil. Natürliches Lernen ist Verstehen durch Erfahrung, durch eigene Erkenntnis.

Wo findet natürliches Lernen statt?

Überall wo Begleitung mit echter Beziehung stattfindet. Nachhaltiges Lernen kann nur mit Beziehung stattfinden. Entweder mit Beziehung zu einer Sache oder mit Beziehung zu einem Menschen. Bei kurzen Inputs wie bei Lektionen, Vorträgen, Workshops und oberflächlichen Begegnungen können wir nicht in eine echte Beziehung mit anderen Menschen kommen. Eine Beziehung zur Sache haben wir nur, wenn wir uns dafür interessieren und der Wunsch zu einem Input von uns selbst, aus unserem inneren, kommt. Häufige Themenwechsel und Berieselung machen deshalb wenig Sinn, denn diese führen nur zu Reizüberflutung und Desintegrität. Desintegrität führt zu Mauren und Hürden um und über unsere wahren intrinsischen Wünsche. Sind wir nicht im Einklang, haben es auch alle um uns herum viel schwerer im Einklang zu sein. Unausgeglichene Eltern haben viel eher die Tendenz, ihre Kinder unbewusst oder bewusst zu formen oder für etwas begeistern zu wollen und stellen viel eher Erwartungen und Ziele auf.

Das Deschooling der Erwachsenen sowie die eigene Integrität erfolgt optimalerweise vor dem Eltern werden. Konnte dies nicht vor der Elternschaft geschehen oder wird es erst durch die Elternschaft ausgelöst, empfiehlt es sich seine eigenen Themen mit ausgewählten Fachpersonen anzuschauen, denn natürliches Lernen zu begleiten ist ein herausfordernder Fulltimejob. Es sollte jedoch kein Job sein oder bleiben, sondern ein ausgeglichenes Zusammenleben und -lernen sein.

Das Lernen wird von liebevoller Beziehung genährt. Bindung ist hier fehl am Platz. Wir binden die Kinder weder an uns noch ein. Wir gehen in Beziehung mit ihnen. Wir tragen sie unter dem Herzen, am Herzen und nehmen sie zu Herzen. Wir nehmen sie optimalerweise in ihrer ganzen Grösse war. Einer Grösse, die nicht kleiner ist, als unsere. Sie sind genau so ganz wie wir Erwachsenen und mindestens ebenso Weise. Wir können von ihnen lernen und sie von uns. Natürliches Lernen findet ohne Diktatur und ohne Wertung statt. Natürliches Lernen ist Begeisterung für eine Sache oder eine Person. Natürliches Lernen ist Verschmelzung so intensiv und so lange wie es braucht um damit erfüllt und glücklich zu sein.

Natürliches Lernen kann überall stattfinden. Es ist weder Ort, noch Zeit, noch Postleitzahl, noch Jahrgangsgebunden. Natürliches Lernen braucht Freiheit in Sicherheit.

NATÜRLICHES LERNEN BRAUCHT GEBORGENHEIT IN SICH SELBST, ES IST LIEBE PUR.

(Dieser Text ist weder vollständig noch abschliessend, bleibt aber so stehen. Weitere Texte übers Lernen werden zu gegebener Zeit folgen.)

Brauchst du Beratung? Dann schau mal hier vorbei.

In diesem Artikel wollen wir unsere Erfahrungen welche wir und unsere ungeimpften Kinder mit Keuchhusten gemacht haben festhalten. Bevor wir mit unserer Geschichte beginnen, möchte ich zuerst etwas ausholen und mit der Theorie beginnen.

Was ist Keuchhusten?

„Keuchhusten ist eine sehr ansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die durch ein Bakterium namens Bordetella pertussis ausgelöst wird. Diese Bakterien produzieren ein Gift, das Pertussis-Toxin, das für die Hustenanfälle verantwortlich ist. Es sorgt dafür, dass sich die Bakterien gut an den Schleimhäuten der Atemwege anhaften und vermehren können. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion beim Niesen, Sprechen und Husten.“ (BAG)

Das Krankheitsbild

„Eine bis drei Wochen nach der Ansteckung kommt es im ersten Stadium der Krankheit zu grippeähnlichen Symptomen mit unauffälligem Husten. Nach weiteren ein bis zwei Wochen entwickelt sich daraus der typische, stakkatoartige Husten, der bis zu sechs Wochen anhält. Bei den Hustenattacken wird ein zäher Schleim ausgeworfen, oft gefolgt von Erbrechen. Die Erholungsphase mit langsam abklingenden Symptomen dauert Wochen bis Monate. Gefürchtete Komplikationen, vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern, sind Lungenentzündungen, Krampfanfälle und eine Schädigung des Gehirns.“ (BAG)

Kein Nestschutz

Für die Krankheit sind auschliesslich zellgebundene Abwehrkörper zuständig, deshalb kann die Muttermilch keinen Nestschutz bieten. Deshalb sollte sich jede Mutter mit Säugling von hustenden Menschen fernhalten. (Dr. Friedrich Graf)

Impfung gegen Keuchhusten

Die Keuchhustenimpfung mit den umstrittenen Aluminiumverbindungen wird vielen Kindern schon im ersten Lebensjahr bis zu vier Mal verabreicht. Gemäss einer aktuellen Studie wird die bisher angenommen langjährige Wirkung der Keuchhustenimpfung in Frage gestellt. Bei dieser Studie wurde festgestellt, das geimpfte Kinder etwa genau so häufig an Keuchhusten erkrankten wie ungeimpfte Kinder. (Zentrum für Gesundheit)

Die alte Keuchhustenimpfung stand in hohem Masse im Verdacht schwere Schäden im Nervensystem ausgelöst zu haben. Ein neuer Impfstoff kann das Gleiche auslösen, nur statistisch seltener (Dr. Friedrich Graf)

Es gibt keine Doppelblindstudien und keine Referenzstudien zur Wirkung von Impfungen.

Hausmittel

Jegliche Hausmittel sind nutzlos bis schädlich, weil es sich um Läsionen der Atemwege handelt, die nicht weg gehustet werden können. (Dr. Friedrich Graf)

Antibiotika

Eine antibiotische Therapie beeinflusst Dauer und Heftigkeit der Hustenattacken häufig nicht wesentlich, da sie in der Regel nicht früh genug eingesetzt wird, um eine deutliche klinische Verbesserung zu erzielen.

Das Antibiotika reduziert die infektiöse Phase auf ca. 5 Tage.

„Man kann einem Säugling nichts Schlimmeres antun, als ihm Antibiotika zu verabreichen. Denn Antibiotika töten unterschiedslos Bakterien, die guten wie die schlechten. Das Immunsystem des Babys wird durch eine Antibiotikabehandlung für immer verändert und da die meisten Neurochemika ebenfalls im Darm gebildet werden, wird auch das Nervensystem des Babys verändert. Antibiotika, die als Retter der Menschheit vor Krankheiten gepriesen werden, bescheren uns Krebs und degenerative, chronische Erkrankungen. In dem Moment, wo dem Säugling oder Kind das erste Antibiotikum verabreicht wird, werden die Darmbakterien ausgelöscht und die Fähigkeit des Immunsystems, ausreichend Immunzellen zu bilden, für immer beeinträchtigt. Der Darmpilz hat nun keine Widersacher mehr und beginnt sich auszubreiten, ohne von den freundlichen Bakterien in Schach gehalten zu werden. Auf den Pilz folgen Parasiten, die ebenfalls von den Nahrungsmitteln und Mineralstoffen leben, die doch eigentlich den Körper ernähren sollen. Der erste Schritt zu Krankheit und Krebs ist getan. Der gleiche Prozess läuft ab, wenn ein Erwachsener nur ein einziges Mal Antibiotika einnimmt. Alles wird dauerhaft verändert, jahrelange gezielte Ernährungs- und Probiotika-Therapien sind nötig, um wieder so etwas wie Normalität im Körper herzustellen.“ (Craig Stellpflug)

 

Unsere Geschichte

Wir schreiben den 30. Mai, ich blicke in ein paar rote Augen und frage ein befreundetes Mädchen ob es geweint habe. Dieses antwortet nein es habe nur gehustet. Genau diese Szene sehe ich immer wieder vor mir obwohl es nicht der eigentliche Anfang unserer Keuchhustengeschichte war.

Noch am selben Tag berichtet mir die Mutter dieses Mädchen von dem schlimmen Husten, den ihre Kinder hätten. Ein Husten der bis zum erbrechen führe. Wenige Tage später erhielten wir die telefonische Nachricht, dass es  Keuchhusten sei. Bis zum positiven Testergebnis hatte ich mir noch nicht viele Gedanken über den Husten gemacht und war mir „der Hustengefahr“ für Babys nicht bewusst. Doch jetzt hatte ich ein wenig Angst, denn ich meinte mich zu erinnere , dass mir erzählt wurde, dass ich als Baby fast an Keuchhusten gestorben sei.

Irgendwie sagte mir mein Gefühl von beginn weg, dass meine Kinder bereits angesteckt waren. Meine Recherchen bestätigten mir, dass Keuchhusten sehr ansteckend sei. Unser Grosser verbrachte zudem aussergewöhnlich viel Zeit mit den erkrankten Kindern, bevor wir wussten, dass sie Keuchhusten haben. Zuerst ging ich jedoch oberflächlich davon aus, dass nur der Grosse angesteckt wurde. Ich versuchte dementsprechend der Kleine so gut wie möglich zu schützen und abzuschirmen, auch wenn es fast hoffnungslos war ihn von dieser Krankheit zu bewahren.

Am 6. Juni am Abend fing der Grosse schliesslich an zu husten. Der Kleine eine knappe Woche später. Nach den ersten Recherchen beschloss ich möglichst bald einen Arzttermin zu vereinbaren, weil ich las, dass nur in der ersten Phase etwas gegen Keuchhusten unternommen werden konnte. Der erste Arzttermin am 13. Juni verlief dann aber etwas suboptimal. Der Arzt ging davon aus, dass unsere Kinder nicht erkrankt waren, da der Husten noch selten und noch nicht keuchhustenspezifisch war. Eine Woche später, am 21. Juni, führte uns der Weg jedoch nochmals zum Arzt mit schon ziemlich hustenden Kindern. Der Grosse hustete zu diesem Zeitpunkt schon bis zum erbrechen. Ich entschied mich in dieser Situation einen Test zu machen, auch wenn der Arzt und ich uns inzwischen einig waren, dass die Kinder Keuchhusten hatten. Irgendwie war die Unsicherheit in den vorangegangenen 14 Tagen zu anstrengend, so dass ich die Krankheit nun vom Labor bestätigt haben wollte. Denn freiwillig würde ich wohl nicht wochenlang zuhause bleiben und jeglichen Menschenkontakt meiden. Diese Massnahme fand ich jedoch seit dem ersten Keuchhustenverdacht als selbstverständlich, denn ich wollte nicht weitere Ansteckungen verantworten müssen.

Der Test ist keine grosse Sache. Es wird lediglich einen Abstrich in der Nase entnommen. Der Grosse wollte dies trotzdem nicht, deshalb mussten wir den Test leider beim Kleinen machen. Für diesen war es zwar kurz unangenehm, er reagierte aber gut und wurde gleich nach der Entnahme gestillt.

Beim selben Termin war unser Arzt der Meinung, dass beide Kinder (Baby und Kleinkind) in der Lage seien, Keuchhusten ohne Antibiotikabehandlung zu überstehen. Antibiotika würde nur das Immunsystem schwächen und möglicherweise sogar die Krankheit unnötig verlängern. Unser Kleiner war zum Zeitpunkt des Hustenausbruches ziemlich genau 6 Monate alt und ich machte mir ziemlich Sorgen um ihn, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass unser Baby diese intensive Phase gut überstehen wird. Die Zuversicht des Arztes war in diesem Moment auch sehr unterstützend, denn wir als Paar waren uns zuvor schon einig, dass wir keine Antibiotika geben möchten. Ich hätte bei einer Unstimmigkeit jedoch nicht mehr sachlich denken und vernünftig abwägen können.

Danach folgte eine intensive Zeit. Beide Kinder hatten drei Wochen lang einen sehr intensiven Husten, bei dem sie auch immer wieder erbrachen. Da der Start der intensiven Phase auch wieder zirka um eine Woche versetzt war, kam ich als Mutter fast einen Monat lang kaum zu Schlaf. Dies zerrte sehr an meinen Kräften. Auch die Gegebenheit, dass ich nicht unter die Leute konnte und mich somit wegen der Ansteckungsgefahr nicht frei bewegen konnte, machte mir nach den ersten Wochen ziemlich zu schaffen. Im Gegenzug genossen wir es aber irgendwie auch alle einfach mal einige Wochen fast nur Zuhause zu sein. Es war so schön einfach in den Tag hinein zu leben, viel zu Ruhen, Geschichten vorzulesen und einfach mal nur zu sein. Ein Bonus hatten wir aber noch, wir konnten die Familie treffen, von der wir den Keuchhusten hatten und das taten wir auch. Zudem telefonierten wir öfters zusammen über den aktuellen Stand und den Verlauf der Krankheit. Bei diesen Telefonaten sagte ich trotz der Aufregung und wohl auch ein bisschen Unsicherheit, oft „alles wird gut“. Ich glaubte immer daran, auch wenn ich mich hin und wieder durch meine Internetrecherchen verunsichern liess.

Die Frustrationstoleranz der Kinder wurde in dieser Zeit ziemlich auf die Probe gestellt, manchmal hatten sie oder besser gesagt eigentlich wir alle genug von dem Husten. Doch wir konnten insgesamt den Husten gut annehmen. Wir glaubten immer daran, dass die Kinder damit gut zu recht kommen und das der Husten auch einen Grund hatte. Mir kreisten auch immer wieder Gedanken durch den Kopf, wie: Was nimmt den Kindern den Atem? Was ist bei uns so zum „kotzen“? Und ich hatte dann auch genug Zeit den Antworten ins Gesicht zu sehen. Zu reflektieren und nach neuen Möglichkeiten zu suchen.

Mitte Juli liess der Husten dann endlich nach. Ja es war dann wirklich ein endlich, denn ich merkte nun, dass ich nicht mehr so schnell reagierte wenn ein Kind hustete, dass der Husten schon fast zu alltäglich wurde. Kurz darauf nach ca. 8 Wochen, konnten wir ziemlich sicher sein, dass wir nicht mehr ansteckend waren. Wir freuten uns sehr wieder Menschen zu treffen, die Aktivitäten steigerten sich schnell wieder auf das Mass wie vor der Erkrankung. Wir gingen wieder unseren Projekten nach, trafen andere Menschen, machten Unternehmungen und und und. Möglicherweise war und ist es einfach zu viel für uns, denn jetzt nach 15 Wochen, in der Ausklingungsphase, ist der Husten immer noch nicht ganz vorüber. Meistens weckt der Husten immer noch unseren Kleinen kurz nach dem er eingeschlafen ist. Dies öfters am Abend. Die Nächte sind aber wieder viel entspannter und wir geniessen es wieder einigermassen ausgeschlafen in den Tag zu starten.

Beim Grossen zeigt sich der Husten nur noch wenn er sich aufregt oder anstrengt aber dann kann er sich immer noch heftig äussern. Auch dies wird seinen Grund haben, über den wir weiter refflektieren dürfen.

Es ist gut so wie es war, auch wenn es anstrengend war. Impfen macht für uns immer noch keinen Sinn. Wir gingen für uns ganz klar den richtigen Weg, den wir bis heute nicht bereuen. Wir gehen davon aus, dass die Gesundheit viel mehr von dem Umgang untereinander und der Begleitungsart der Kinder abhängt, sowie durch die Ernährung beeinflusst werden kann, als von medizinischen Interventionen, egal ob (scheinbar) präventiv oder akut.

Ach ja…..etwas haben wir noch gelernt: „Das Wort Gogolüsche“. Es ist das Berndeutsche Wort für Keuchhusten.

Am letzten Sonntag war es soweit, wir starteten unser FamilienprojDSC_8924ekt Jakobsweg in Frankreich. Die Vorfreude war gross, denn durch unsere vielen Projekte haben wir nur selten solche unverplante ruhige Familienzeit.

Mit Wildlingen an den Füssen und Pickapoohsonnenhüten auf dem Kopf traten wir am Morgen frohen Mutes die Reise mit dem öffentlichen Verkehr an, welche uns an unseren Ausgangsort in Bardonnex-Compesières führte.DSC_8601

Die erste Strecke von Compèsieres bis Neydens legten wir mehrheitlich Barfuss zurück. Unsere Sachen konnten wir Regensicher in unserem  Bollerwagen verstauen, welcher uns während der ganzen Reise begleitete. Auf dem Weg gab es vieles zu entdecken, welchem wir Raum und Zeit liessen. An diesem Tag fanden wir glücklicherweise innert paar Minuten eine Schlafplatz. Zur Freude unseres Kleinkindes war dieser auf einem Campingplatz mit vielen anderen Kleinkindern und tollen Spielmöglichkeiten.

Am nächsten Tag konnte sich unser Kleindkind nur schwer voDSC_8984m Campingplatz trennen, doch unsere Reise ging mit frisch eingekauften Biolebensmitteln und mit Wildlingen an den Füssen weiter bis nach Charly. Nach einem steilen Aufstieg wurden wir mit einer sehr schönen Aussicht belohnt. Kirchen und Friedhöfe wurden besichtigt. Nebst den tollen Naturschätzen erweiterten auch diese den Horizont von uns und unseren Kindern. Die zweite Nacht verbrachten wir in einem Pilger Gite mit drei anderen Pilgerern. Die Kinder schliefen in den ersten beiden Nächten relativ gut, doch wir merkten spätestens am dritten Tag, dass wir nicht mehr so erholt in den Tag starteten. Zudem spürten wir auch immer mehr die DSC_8720Steinen unter unseren Füssen und auch andere  Körperteile machten sich bemerkbar vom ständigen Tragen und Bollerwagen ziehen und schieben.

Am dritten Tag führte uns der Jakobsweg von Charly nach Frangy. Dies war eine sehr lange, turbulente und anstrengende Strecke. Schon an den zwei vorherigen Tagen mussten extra Meter gegangen werden weil wir Dinge verloren hatten, an diesem Tag war es aber wegen einer Wasserflasche ein ziemlich langes Stück, gefolgt von einer extra Strecke wegen einem übersehenen Wegweiser. Der Wunsch richtig duschen und schlafen zu können führte uns naDSC_8822ch einigem Suchen und weiteren Extramentern schliesslich in ein einfaches Hotel.

Von Tag zu Tag assen wir auf der Wandersecke mehr von unseren Reserven weil Biolebensmittel auf dem Land in Frankreich nicht so einfach zu finden sind. Obwohl der Salat in den Restaurants gut schmeckte, vermissten wir schon am dritten Tag unsere hochqualitativen Lebensmittel von Zuhause.

Der vierte Tag startete ausgeschlafen aber mittlerweile mit intensiv spürbar durchmassierten Füssen. Das erste Stück dieser Strecke führte ziemlich lange an einer Landstrasse entlang. Nach sehr schönen Wegen an den vorangegangenen Tag war dies ein etwas ungemütliches Teilstück des Jakobsweges. Schon bald ging es jedoch wieder in die Höhe wo wir im Schatten von BDSC_9010äumen eine lange Pause einlegten. An diesem Tag nahmen wir uns eine kurze Teilstück vor. Mangels Schlafplatz wurde es jedoch die längste Tagesstrecke.

Das Kleinkind wollte an diesem Tag vermehrt im Bollerwagen gezDSC_8844ogen werden. Das Baby wollte lieber krabbeln als noch länger in der Trage getragen werden und uns war trotz tollen Pickapoohsonnenhüten die Sonne langsam etwas zu viel und zu intensiv. Als wir dann noch 8 km extra wandern durften bis wir endlich einen Schlafplatz gefunden hatten, machte sich unsere Müdigkeit immer mehr bemerkbar. Trotz allem sprachen wir am Abend noch über das nächste Teilstück welches Mangels Übernachtungsmöglichkeiten über 20 km entfernt war. Es folgt schliesslich eine kühle Nacht ohne Schlafsack in einem Zelt. Diese Nacht raubte uns zu viel Energie um noch weiter zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir uns als Familie einig, dass der Jakobsweg bis dahin eine wunderbare Erfahrung war, welch wir wieder machen würden und werden, aber dass es jetzt Zeit ist wieder nach Hause zu gehen.

Insgesamt sind wir in vier Tagen über 50km mit Barfussschuhen auf dem Jakobsweg gegangen. Es war eine wundervolle Familienzeit die wir nicht missen möchten.

Möchtest du detailliertere Informationen oder hilfe bei der Reiseplanung dann kannst du dich gerne an uns wenden.

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Als ich noch Teenager war, war es für mich total cool barfuss die Welt zu erkunden. Ich war oft und gerne barfuss unterwegs. Es war egal wo, auch Städte, Steinen und herbstliche Kälte konnten mich nicht davon abbringen. Irgendwann mit der Ausbildung und dem Berufsleben verschwand das Barfussgehen immer mehr aus meinem Leben bis es unser erstes Kind wieder zum leben erweckte. Instinktiv war für mich klar, es braucht so lange wie möglich keine Schuhe und auch keine Hausschuhe, denn Hausschuhe trage ich auch nicht. Alles gut und schön, doch unser Kind lernte im Winter das Gehen und wollte auch draussen hin und wieder ein paar Schritte machen. Was nun? Wir wählten das grösste Schuhgeschäft in der Region und hofften auf eine gute Beratung. Kaum drin wurden wir bedient und schon mal schräg angeschaut als wir nach veganen Winterschuhen fragten. Die Bedienung machte kurzerhand ein Telefon und verkündete lautstark dem Gegenüber, dass Tierschützer im Laden seien und lederfreie Schuhe für ihr Kind kaufen möchten. Wenig später hatte unser Kind mit Wolle gefütterte Winterstiefel an den Füssen, welche wörtlich wie Astronauten Schuhe aussahen. Eine kleine Aufklärung gegenüber der Bedienung folgte und siehe da es gab tatsächlich vegane Winterschuhe unter den unzähligen Schuhen in der richtigen Grösse. Am Schluss konnten wir zwischen schwarzen, grauen und braunen wählen. Wir haben die braunen Schuhe mit Klebverschlüssen gewählt. Der Traum von bunten Schuhen blieb ein Traum und vielleicht hatte ich mir in diesem Moment auch kurz gedacht….hätten wir ein Mädchen, dann hätte es wenigsten zwischen Pink und Rosa wählen können.

Unser Kind konnte sich schnell geschickt auf den Füssen fortbewegen, deshalb gelang es ihm sogar mit diesen Schuhen seinen Radius zu erweitern. Auch wenn sie fürs Gehen lernen nicht geeignet waren, zumindest waren sie fürs Gehen lernen gedacht.

Zum Glück hatten wir schon einige Zeit vor dem Schuhkauf die wasserfesten Füsslinge für unser Tragekind entdeckt, welche weiterhin viel öfters an seinen Füssen waren als die BRAUNEN Schuhe.

Als ich dann auf ein Kinderschuhgeschäft in einer nah gelegenen Stadt hingewiesen wurde, hatten die schrägen Blicken in den Schuhfachgeschäften endlich ein Ende. Ich suchte zwar weiter im Internet nach guten veganen und wenn möglich plastikfreien Schuhen, fühlt mich aber vorerst in diesem Geschäft gut beraten.

Bei der virtuellen Suche stiess ich schon bald auf Kinderbarfussschuhe, welche wir dann auch gleich testeten und auch der Geschäftsinhaberin vorführten. Sowohl uns wie auch die Geschäftsinhaberin überzeugten diese Schuhe jedoch nicht. Trotzdem wurde hier das Interesse nach Barfussschuhen geweckt. Auch ich testete wenige Monate später ein paar Barfussschuhe, welche zehn Finger brauchten um fünf Zehen in Position zu bringen. Auch diese Schuhe überzeugten mich, nicht zuletzt wegen dem vielen Plastik, nicht.

Im letzten Winter sollte es dann wohl sein, dass wir trotz, wie üblich netter Beratung, für unserem Sohn, in oben genanntem Kinderschuhgeschäft, zwei viel zu grosse Winterschuhe kauften. Nicht nur uns sondern auch Bekannten viel es auf, dass unser Sohn zu grosse Schuhe trug. Die Suche nach guten Schuhen, in der richtigen Grösse, setzte sich also fort. Es folgten erneut einige Abstecher in Schuhfachgeschäften. Wir waren immer noch Veganer, fühlten uns aber immer noch nicht so schräg wie die Blicke der Verkäuferinnen und fanden die Reduktion auf Tierschützer genau so wenig zutreffend wie Schule der Inbegriff des Lernen sein soll. Es verstrichen Stunden im Internet, die Hoffnung einen Schuh für die Füsse unseres Sohnes zu finden war aber tatsächlich noch da. Der Tipp einer Freundin sollte uns schliesslich erlösen, sie erzählte uns etwas von Wildlingen, welche sie im Internet entdeckt habe. Ein paar Gedanken, Fussbewegungen und Fingerbewegungen später entdeckte ich einen Schuh welcher für mich auf den ersten Blick viele Bedürfnisse abdeckte. Es folgten tausende Augenbewegungen bis ich den ganzen Internetauftritt gelesen hatte.

Für die Winterschuhe unseres Kindes wurde bereits eine Menge Geld ausgegeben und der Frühling war auch schon fast da, deshalb hielt ich meine juckenden Finger fürs erste zurück und machte nicht gleich die erste Bestellung sondern überlegte mir ob es nicht doch besser wäre gar keine Schuhe mehr zu tragen. Also fing ich im Februar an mich auch draussen wieder mit dem Barfussgehen anzufreunden. Es blieb aber nicht nur wegen der Kälte bei ein paar Runden ums Haus. Mit Baby im Tragetuch fühlte ich mich sehr unsicher beim Barfussgehen, weil ich nicht richtig auf den Boden sehen konnte. Zudem machte ich mir Gedanken über meine Haltung, die so oder so eher Buckelfrauelchen ähnelt als einer Sonnenanbetrin.

Ein paar Hirnnetzverbindungen später, sitzend vor einem SCHWARZEN Kasten machte es klick und nochmals klick und nochmals klick. Plötzlich waren zwei Paar Wildling Shoes bestellt. Eines für mich und eines für meinen Sohn.

Wer jetzt glaubt, mein Wunsch wäre auf die schnelle erfüllt worden, der hat sich getäuscht. Wünsche brauchen Zeit zum reifen. Das Paket traf im April ein, es liess mich meine Vorfreude auskosten, was ich sehr genoss. Die Vorfreude blieb aber nicht die grösste Freude, nein die grösste Freude ist, seither Wildlinge an den Füssen tragen zu dürfen und seither Fussbetucht happy zu sein. Ein Wunsch bleibt jedoch noch offen, wenn ich mir das Gefühl vorstelle in einem Schuh zu gehen welcher 100% aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen besteht, beginne ich wieder zu träumen und meine Finger kommen wieder in Bewegung. Dann aber brauche ich mich nur zu besinnen, dass meine Zehen und die Zehen meines Kindes, auch endlich wieder den ganzen Tag uneingeschränkt in Bewegung sein dürfen und schon kommen meine Finger schnell wieder zur Ruh. Auch wenn die Hülle der Füsse nur 90% Prozent der Vorstellungen entspricht, Zehenfreiheit und Zeit mit den Kindern ist mehr Wert als Materialperfektionismus und Träume sind schliesslich zum träumen da.

Gestern war so ein schöner Tag, das richtige Wetter um auf Schatzsuche zu gehen. Unser grosser Sohn liebt es einem Schatz auf der Spur zu sein. Karten lesen, Kultur und Geschichte kennen lernen, Zählen, Rechnen und Kinderfreundliche Plätze entdecken, das alles kann bei der BZ-Schatzsuche erfahren werden. Zudem finden tolle Gespräche statt und ein gemeinsames Erlebnis bleibt zurück.

Wir haben für uns gestern den Rosengartenspielplatz entdeckt. Dort werden wir bestimmt bald wieder hingehen 🙂

Ein Teil des Schatzes war ein Jasskartenspiel. Heute ging es damit weiter mit entdecken. „Schälle, Schilte, Eichle, Rose“ sind gelernt worden bis sie sassen, alles ganz spielerisch aus Eigeninitiative unseres Sohnes. Dann waren noch kurz die Zahlen auf den Karten interessant und schliesslich wurde die Aufmerksamkeit etwas anderem geschenkt.

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  • 4 TL Maisstärke mit 4 TL Natron mischen.
  • 6-7 TL Kokosöl darunter rühren.
  • 15 Tropfen ätherisches Öl dazu geben.
  • Alles in ein kleines verschliessbares Gefäss füllen.

Natron und Kokosöl wirken antibakeriell, das ätherische Öl sorgt für einen angenehmen Geruch. Mit diesem Deo kannst du weiter schwitzen ohne dass ein unangenehmer Geruch entsteht.

Anwendung: Ein wenig von der Masse mit dem Finger auftragen. Durch das Natron fühlt es sich ein wenig körnig an.

Uns gelingt das Deo am besten, wenn das Kokosöl eine cremige Konsistenz hat.

Die Schatzsuche in Thun führte uns druch eine uns bekannte Gegend. Wir genossen die Zeit zusammen und meisterten die Herausforderung gemeinsam. Leider waren wir nicht fähig den richtigen Code zusammen zu kriegen. Am Ziel hatten wir zum Glück Hilfe, deshalb konnten wir die Schatztruhe trotzdem öffnen. Unserm grösseren Kind hat es gefallen. Es freut sich schon auf die nächste Schatzsuche. Welche wird es wohl sein?IMG_20160707_224200IMG_20160707_133642 IMG_20160707_125340 IMG_20160707_123134 IMG_20160707_122711